zu den Biografien

Liselotte Pereles

21. Juni 1906, Berlin – 2. August 1970, Berlin

Die Er­zie­he­rin Liselotte Pereles muss 1933 ihre Stelle auf­ge­ben, weil sie Jüdin ist. Ab 1934 leitet sie einen Kinder­hort der Jü­di­schen Ge­mein­de in Berlin-Kreuzberg. Um 1942 wird ihr die Pfleg­schaft für Susanne Manasse über­tra­gen. Die Mutter des jü­di­schen Mädchens ist ge­storben und der Vater nach KZ-Haft ins Ausland ge­flohen.

Wegen ihrer so­zia­len Ar­beit in der Jü­di­schen Ge­mein­de wird Liselotte Pereles zu­nächst von den De­porta­tion­en zu­rück­ge­stellt, läuft aber ständig Gefahr, diesen Schutz zu ver­lie­ren. Die Quäker­in Elisabeth Abegg rät Pereles drin­gend, sich mit dem Kind zu ver­stecken.

Tat­sächlich wird Pereles am 1. Februar 1943 am Arbeits­platz fest­ge­nom­men. Es gelingt ihr, aus dem Sammel­lager zu ent­kom­men und Elisabeth Abegg zu kontaktieren. Abegg bringt sie zu ihrer früheren Schülerin und Mit­streiterin Hildegard Knies. Susanne Manasse wird zu ihrer nicht­jüdischen Tante gebracht.

Zwei Jahre lang lebt Lieselotte Pereles unter dem Tarn­namen „Lore Koch“. Immer wieder muss sie das Quartier wechseln. Während der letzten Monate bis zur Be­freiung lebt sie in der Woh­nung der Schwestern Elisabeth und Julie Abegg. Mit Elisabeth Abegg bleibt sie lebens­lang eng be­freun­det.

Liselotte Pereles