Ausstellung

Der Widerstand von Frauen gegen die nationalsozialistische Diktatur war vielfältig, risikoreich und mutig. Dennoch ist er nach 1945 über Jahrzehnte in der deutschen Öffentlichkeit nicht oder nur unzureichend beachtet worden. Der Deutsche Bundestag hat darum 2019 „den Mut und die Leistungen der Frauen im Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur“ ausdrücklich anerkannt und gewürdigt. Er beschloss, ein Projekt der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand zur weiteren Erforschung des Themas und eine Ausstellung zu fördern. 

Diese Ausstellung stellt die Ergebnisse vor. Im Zentrum stehen Lebensbilder von Widerstandskämpferinnen. Sie zeigen die gesamte soziale Breite und weltanschauliche Vielfalt des Widerstands gegen das NS-Regime. Zugleich wird erstmals eine Vielzahl von Frauen gewürdigt, die wegen ihres Widerstands von der nationalsozialistischen Unrechtsjustiz verfolgt worden sind.

Im Mittelpunkt stehen 32 Frauen, die die Ausstellung in 23 thematischen Einheiten exemplarisch präsentiert. Eine Medienstation ermöglicht den Zugang zu vielen weiteren Biografien, die mit Fotos, Dokumenten und erläuternden Texten einen vertiefenden Einblick bieten. Ein raumübergreifendes Porträtband an den Wänden erinnert beispielhaft an mehr als 250 Frauen, die auf diese Weise in der Ausstellung gewürdigt werden. Sie alle nutzten jene Möglichkeiten, die es unter den Bedingungen der Diktatur für Mitmenschlichkeit und politisches Handeln noch gab. Zugleich wird mit den Lebensbildern der Frauen deutlich, mit welcher Härte das NS-Regime gegen die Widerstandskämpferinnen vorgegangen ist. 

Die Ausstellung wurde gemeinsam von Ursula Wilms, Architektin BDA, Aachen | Berlin, und dem Designbüro Braun Engels Gestaltung, Ulm (Projektbetreuung: Michaela Gleinser, Berlin) gestaltet.

Ein Team von fünf Wissenschaftlerinnen unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Tuchel hat im Rahmen des Projekts „Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“, das finanziell von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert wird, in den vergangen vier Jahren an der Gedenkstätte Deutscher Widerstand mehrere Tausend Frauen namentlich recherchiert, die Widerstand gegen den Nationalsozialismus im Deutschen Reich und im ausländischen Exil geleistet haben. 

Die ausstellungsbegleitende Website stellt mehrere hundert Biografien dieser Widerstandskämpferinnen gegen den Nationalsozialismus vor. Sie wird fortlaufend ergänzt.

Eine Wanderausstellung ist in Vorbereitung.

Die Ausstellung wird vom 10. Juli 2024 bis zum 3. November 2024 in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand gezeigt:

Adresse
Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Stauffenbergstraße 13-14
10785 Berlin
Tel.: +49-30-26 99 50 00
E-Mail: sekretariat(at)gdw-berlin.de
www.gdw-berlin.de


Öffnungszeiten
Mo – Fr: 9 – 18 Uhr
Sa, So und an Feiertagen: 10 – 18 Uhr

Verkehrsverbindungen
Bus M 29
Haltestelle Gedenkstätte 
Deutscher Widerstand

Bus M 48, Bus M 85
Haltestelle Kulturforum,
ca. 5 Minuten Fußweg

Bus 200
Haltestelle Tiergartenstraße,
ca. 5 Minuten Fußweg

Bus 300
Haltestelle Philharmonie Süd
ca. 5 Minuten Fußweg

U1
Haltestelle Kurfürstenstraße,
ca. 10 Minuten Fußweg

U2, S1, S2, S25, S26
Haltestelle Potsdamer Platz,
ca. 10 Minuten Fußweg