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Biografie

Helene Overlach

19. Juli 1894, Greiz – 7. August 1983, Berlin (DDR)

Helene Overlach sitzt in einem Büro vor einem Regal mit Ordnern. Sie hat ein rundes Gesicht und dunkle Haare, die ihr knapp über die Ohren reichen. Sie lächelt in die Kamera.

Helene Overlach be­sucht nach ihrer Schul­aus­bil­dung das Han­dels­lehrer­innen­seminar und ist drei Jahre als Lehrerin tätig. An­schlie­ßend arbeitet sie als Steno­ty­pistin bei einem Rechts­an­walt. 

1920 wird Helene Overlach Mit­glied der KPD. Sie arbeitet nun als Re­dak­teur­in für ver­schiedene kom­munis­tische Zeit­schriften und über­nimmt zentrale Funk­tio­nen in der Partei: Sie wird zweite Vor­sitzende des Roten Frauen- und Mädchen­bundes, ist Mitglied der Zen­tral­komi­tees der KPD und wird 1928 für die Partei in den Reichs­tag gewählt. Von Herbst 1931 bis Sommer 1932 besucht sie einen Schu­lungs­kurs der Kom­munis­tischen Inter­nationale (Komintern) in Moskau.

Nach der Macht­über­nahme durch die National­sozia­lis­ten ist Helene Overlach im Wider­stand für die Rote Hilfe und die kom­munis­tische Gewerk­schaft, die Revo­lu­tio­näre Gewerk­schafts-Opposi­tion (RGO) aktiv. Im De­zem­ber 1933 wird sie fest­ge­nom­men. Das Ober­lan­des­gericht Hamm ver­ur­teilt Helene Overlach acht Monate später zu drei Jahren Zucht­haus. 

Nach verbüßter Haft kommt sie nicht in Frei­heit, sondern wird bis Juni 1938 in den Kon­zen­trations­lagern Morin­gen und Lich­ten­burg fest­ge­halten. Wieder in Freiheit, arbeitet Helene Overlach in ihren ur­sprünglich erlern­ten Beru­fen. 

Im August 1944 wird sie im Rahmen der „Aktion Gewitter” erneut fest­ge­nom­men. Bei der Aktion in­haf­tiert die Ge­stapo reichs­weit Politi­ker­innen und Politiker ver­schie­den­er Par­tei­en, die in der Weima­rer Repu­blik Mandate hatten. Die Ge­stapo über­führt sie nun in das KZ Ravens­brück. Kurz vor der Be­frei­ung des Lagers ge­langt Helene Overlach im April 1945 mit dem Roten Kreuz nach Schweden.

Sie zieht 1946 zurück nach Berlin und leitet eine gewerb­liche Mäd­chen­berufs­schule. Ab 1950 ist sie Pro­fessorin an der Päda­go­gi­schen Hoch­schule in Ost-Berlin, scheidet aber 1954 wegen schwerer Herz­krank­heit aus. 

Helene Overlach stirbt 1983 im Alter von 89 Jahren.

Weiterführendes

Henning Fischer: Überlebende als Akteurinnen. Die Frauen der Lagergemeinschaften Ravensbrück: Biografische Erfahrung und politisches Handeln, 1945 bis 1989, Konstanz/ München 2018

Christl Wickert (Hg.): Frauen gegen die Diktatur. Widerstand und Verfolgung im nationalsozialistischen Deutschland (Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Reihe A, Bd. 2), Berlin 1995, S. 86