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Biografie

Charlotte Uhrig

geb. Kirst

26. Februar 1907, Berlin – 17. Oktober 1992, Berlin

Portrait: Charlotte Uhrig

Charlotte Kirst absolviert nach dem Besuch der Volks­schule und einer Handels­schule eine kauf­männische Aus­bildung und arbeitet anschließend als Kontoristin. Sie schließt sich dem Zentral­verband der Angestellten an und wird 1926 Mitglied der SPD. Zwischen 1928 bis 1933 arbeitet sie als Sekretärin bei der SPD-Reichstags­fraktion, unter anderem für Rudolf Breit­scheid. Nach 1933 ist sie als Steno­typistin tätig. 

1936 lernt Charlotte Kirst den Kommunisten Robert Uhrig kennen, den sie im November 1940 heiratet. Robert Uhrig, der 1934 zu 21 Monaten Zucht­haus verurteilt worden ist, setzt nach seiner Ent­lassung den Wider­stand gegen das NS-Regime fort und baut erneut kommu­nis­tische Betriebs­gruppen auf. 

Charlotte Uhrig unterstützt ihn in seiner Arbeit gegen das NS-Regime. Sie ist seit 1941 Leiterin einer Personal­abteilung im Daimler-Benz Werk in Berlin-Marienfelde und beschafft Informationen und geheime Unter­lagen über die Rüstungs­produktion, die der sow­jetischen Bot­schaft zu­geleitet werden. 

Zudem steht sie in Kontakt mit der Wider­stands­gruppe Euro­päische Union um Anneliese und Georg Groscurth und unter­stützt ver­folgte Genossinnen und Genossen sowie deren Familien. 

Sie entgeht der Verhaftungs­welle gegen die Uhrig-Gruppe im Februar 1942, wird aber am 3. Mai 1943 fest­genommen. Im Prozess vor dem „Volksgerichtshof” wird Charlotte Uhrig am 17. April 1944 aus Mangel an Beweisen frei­gesprochen. Sie kommt jedoch nicht frei, sondern wird in das Konzentrations­lager Ravensbrück über­stellt, wo sie Ende April 1945 ihre Befreiung erlebt. Robert Uhrig ist am 21. August 1944 im Zucht­haus Brandenburg-Görden ermordet worden.

Charlotte Uhrig über­nimmt nach dem Krieg die Leitung eines anti­faschistischen Frauen­ausschusses beim Bezirks­amt Berlin-Schöneberg, siedelt dann aber in den Ost­teil der Stadt über. Sie schließt sich der SED an und ist in den folgenden Jahren in der Deutschen Ver­waltung des Innern sowie für ver­schiedenen DDR-Ministerien tätig.