zu den Biografien

Charlotte Eisenblätter

7. August 1903, Berlin – 25. August 1944, Berlin-Plötzensee

Charlotte Eisenblätter, undatiert

Charlotte „Lotte” Eisen­blätter wächst als jüngs­tes Kind in einer Ar­bei­ter­fa­mi­lie in Berlin-Char­lot­ten­burg auf. Ab 1919 ist sie als Ste­no­ty­pis­tin in einem Pa­tent­an­walts­bü­ro tä­tig. 

Sie en­ga­giert sie sich bei den Na­tur­freun­den, einer Selbst­hil­fe­or­ga­ni­sation für Frei­zeit­inte­res­sen der Ar­bei­ter, und ab 1926 in der Wan­der­spar­te des Ar­bei­ter­sport­ver­eins „Fich­te”. Nach 1933 schließt sich die ent­schie­de­ne NS-Geg­ne­rin der weit­ver­zweig­ten kom­mu­nis­ti­schen Wider­stands­grup­pe um Robert Uhrig und Beppo Römer an. 

Charlotte Eisen­blätter ver­viel­fäl­tigt Mate­ria­lien wie den „In­for­ma­tions­dienst”, der über die Ver­bre­chen der Na­tio­nal­sozia­lis­ten auf­klärt. Für Alfred Kowalke, den ille­gal aus den Nie­der­lan­den ein­ge­reis­ten Ins­truk­teur der KPD-Aus­lands­lei­tung, be­schafft sie ein ge­hei­mes Quar­tier und ver­mit­telt den Kon­takt zu Robert Uhrig. 

Nach der Un­ter­wan­de­rung des Wider­stands­netz­werks durch die Ges­ta­po wird Charlotte Eisen­blätter am 10. Fe­bruar 1942 in „Schutz­haft” ge­nom­men und anschließend ins Frau­en­kon­zen­tra­tions­la­ger Ra­vens­brück ver­schleppt. Weil sie in den Ver­hö­ren die vol­le Ver­ant­wor­tung für die Flug­blät­ter auf sich nimmt, kann sie das Le­ben von Martha Butte ret­ten.  

In diesen letzten Minu­ten er­fuhr ich, daß du … es … tatest, weil du … den Frie­den woll­test, weil du den Faschis­mus aus tiefstem Her­zen gehaßt hast.

Ilse Hunger über Charlotte Eisen­blätters Aus­sagen im KZ Ravensbrück, nach 1945 

Am 6. Juli 1944 ver­ur­teilt der 5. Se­nat des „Volks­ge­richts­hofs“ sie wegen „Vor­be­rei­tung zum Hoch­ver­rat und Feind­be­güns­ti­gung” zum Tode. Charlotte Eisen­blätter wird am 25. Au­gust 1944 im Straf­ge­fäng­nis Berlin-Plötzen­see er­mor­det.

In Berlin-Pan­kow wurde 1951 im Orts­teil Nie­der­schön­hau­sen eine Straße und 2019 in Erfurt ein Na­tur­freun­de­haus nach ihr be­nannt. 2008 wurde vor ihrem Wohn­haus in Berlin-Char­lot­ten­burg ein Stol­per­stein für Charlotte Eisen­blätter ver­legt. 

Charlotte Eisenblätter, undatiert

Charlotte Eisenblätter