zu den Biografien

Hannelore Thiel

geb. Hoffmann

30. Oktober 1924, Berlin – 5. Juli 1998, Berlin

Hanne­lore Hoff­mann wächst in Berlin als Toch­ter des Re­gie­rungs­rats im Finanz­amt Her­mann Hoff­mann und seiner Frau Han­nah geb. Vogt auf. Nach dem Schul­be­such und dem Pflicht­jahr be­ginnt sie eine Aus­bil­dung zur tech­ni­schen Zeich­ne­rin und arbeitet ab 1940 als tech­ni­sche An­ge­stell­te in einem Bau­be­trieb in Berlin-Frie­de­nau. 

1942 heira­tet sie Fritz Thiel. Das Paar ist für die Rote Kapelle aktiv, einem Berliner Wider­stands­netz­werk. Hanne­lore Thiel leis­tet viel­fäl­tige Unter­stüt­zung, so ver­steckt sie etwa ge­mein­sam mit ihrem Mann ein rus­si­sches Funk­ge­rät bei ihren Eltern und trans­por­tiert es heim­lich in einem Kin­der­wagen zu Maria Terwiel. Auch nimmt sie an poli­ti­schen Ge­sprächs­krei­sen teil. 

Fritz Thiel orga­ni­siert im Mai 1942 die Ver­tei­lung von Klebe­zet­teln gegen die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Pro­pa­gan­da­aus­stel­lung „Das Sowjet­pa­ra­dies”. Hanne­lore Thiel ist zu diesem Zeit­punkt hoch­schwan­ger, der ge­mein­sa­me Sohn Ale­xan­der kommt am 24. Mai 1942 auf die Welt. 

Im Septem­ber 1942 werden Fritz und Hanne­lore Thiel fest­genom­men. Obwohl noch min­der­jährig, wird sie am 18. Januar 1943 vor dem Reichs­kriegs­ge­richt wegen „Bei­hilfe zur Vor­berei­tung des Hoch­ver­rats und Feind­be­güns­ti­gung” zu sechs Jah­ren Gefäng­nis ver­urteilt. Ihr Ehe­mann er­hält die Todes­stra­fe und wird am 13. Mai 1943 in Berlin-Plöt­zen­see ermor­det. 

Nach meh­re­ren Jahren Haft in ver­schie­de­nen Gefäng­nis­sen wird Hanne­lore Thiel nach Rathenow in ein Außenlager des KZ Sachsenhausen überstellt. Dort im April 1945 von der Roten Ar­mee be­freit, kehrt sie nach Berlin zu­rück. 

Sie heira­tet 1948 er­neut, nimmt den Namen Kehr­berg an und be­kommt drei Kinder: Gerhard Kehrberg, Gisela Gericke und Regine Sarstedt. Hannelore Kehrberg lebt bis zu ihrem Tod 1998 in Berlin. Ihre Grab­stät­te be­find­et sich auf dem Fried­hof der So­zia­lis­ten im Be­reich der Ver­folg­ten des Nazi­re­gimes (VDN).