zu den Biografien

Hildegard Schaeder

13. April 1902, Kiel – 11. April 1984, Freiburg im Breisgau

Hildegard Schaeder wächst in gut­bürger­lich­en Ver­hält­nissen auf. Ihr Vater Erich ist Theo­logie­pro­fes­sor, ihre Mutter Anna Kinder- und Jugend­buch­autorin. Nach dem Abi­tur stu­diert Hildegard Schaeder in Breslau (Wrocław) und Hamburg klas­sische und slawi­sche Philo­logie, ost­euro­päische Ge­schichte, Byzantinistik und Philo­sophie. Sie schließt ihr Studium 1927 in Ham­burg mit einer Pro­mo­tion ab und erhält an­schlie­ßend ein Sti­pen­dium für ihre For­schun­gen zu politischen Ideen im Russ­land des 19. Jahr­hunderts. 

Mehrere Forschungs­reisen führen Hildegard Schaeder nach Prag, wo sie sich auch zum Zeit­punkt der national­sozialis­tischen Macht­über­nahme 1933 aufhält. Sie kehrt nach Deutsch­land zurück und ist als wissen­schaft­liche Mit­arbeiter­in bei der Presse­stelle des Preußischen Geheimen Staats­archivs tätig. 

1934 schließt sie sich der Be­ken­nen­den Kirche an, die dem National­sozia­lismus ab­leh­nend gegen­übersteht. Sie be­sucht die Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem, in der Pfarrer Martin Niemöller predigt und arbeitet in einer Gruppe innerhalb der Ge­meinde mit. 

Diese Gruppe, zu der auch Elisabeth Schmitz und Helene Jacobs gehören, leis­tet Hilfe für ver­folg­te Jüdinnen und Juden. Im Sep­tem­ber 1943 wird Hildegard Schaeder ver­raten und fest­genom­men. Sie kommt zu­nächst in das Polizei­gefängnis am Berliner Alexander­platz und wird von dort 1944 in das KZ Ravens­brück ver­bracht, wo sie bis zur Be­freiung des Lagers im Früh­jahr 1945 bleiben muss.

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg ist Hildegard Schaeder wieder für die evan­ge­lische Kirche aktiv und lehrt als Pro­fes­sorin in Frankfurt am Main. 

Auf­grund ihrer Hilfe für ver­folg­te Jüdinnen und Juden im National­sozia­lismus wird sie von der is­rae­lisch­en Gedenk­stätte Yad Vashem nach ihrem Tod als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. 

Hildegard Schaeder