zu den Biografien

Aenne Saefkow

geb. Thiebes

12. Oktober 1902, Düsseldorf – 4. August 1962, Berlin

Aenne Thiebes wächst in Düsseldorf als Toch­ter des Tisch­lers Wilhelm Thiebes und der Nähe­rin Elisabeth Thiebes auf. Sie ist erst 15 Jahre alt, als ihre Mut­ter stirbt. Nach dem Besuch der Volks­schule er­lernt Aenne Thiebes den Beruf der Steno­ty­pis­tin und Se­kre­tä­rin. In ihrer Ju­gend schließt sie sich der Frei­en So­zia­lis­ti­schen Ju­gend (FSJ) an, dann dem Kom­mu­nis­ti­schen Ju­gend­ver­band Deutsch­lands (KJVD) und spä­ter der KPD. 

Ab 1922 ar­bei­tet Aenne Thiebes als Ste­no­ty­pis­tin oder Se­kre­tä­rin bei ver­schie­de­nen KPD-Be­zirks­lei­tun­gen und ab 1926 für die KPD-­Reichs­lei­tung und das Reichs­komi­tee der Ro­ten Ge­werk­schafts­op­posi­tion (RGO) in Berlin. Hier lernt sie den Kom­munis­ten Wilhelm Weiß kennen, mit dem sie von 1927 bis 1938 ver­hei­ra­tet ist und eine Tochter be­kommt. In die­ser Zeit ist Aenne Weiß zu­dem für ein Jahr Be­zirks­ver­ord­ne­te für die KPD in Berlin-­Prenz­lauer Berg. ­

Nach der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Macht­über­nah­me be­tei­ligt sie sich als Kurie­rin an Wi­der­stands­ak­tio­nen. 1941 lernt sie Anton Saefkow ken­nen. Das Paar hei­ra­tet, 1943 wird die ge­mein­sa­me Toch­ter Bärbel ge­bo­ren. Anton Saefkow ist zu­nächst im kom­mu­nis­ti­schen Wi­der­stands­kreis um Robert Uhrig ak­tiv und baut ab 1943 mit Franz Jacob ein Netz un­ter­schied­licher Wi­der­stands­grup­pen auf, in dem auch Aenne Saefkow mit­wirkt. 

Am 5. Juli 1944 wird Aenne Saefkow fest­ge­nom­men. Sie kommt zu­nächst in Un­ter­su­chungs­haft in Pots­dam und Berlin und wird im März 1945 von der Gestapo in das KZ Ra­vens­brück über­stellt. Anton Saefkow wird vom „Volks­gerichts­hof“ zum To­de ver­ur­teilt und am 18. Sep­tem­ber 1944 in Bran­den­burg-­Gör­den er­mor­det.

Aenne Saefkow über­lebt das Kon­zen­tra­tions­la­ger. Nach Kriegs­en­de ist sie in ver­schie­de­nen kom­mu­na­len und re­gio­na­len Funk­tio­nen in Ost-­Berlin und spä­ter in der DDR tä­tig. Zu­dem en­ga­giert sie sich für die Er­rich­tung ei­ner Ge­denk­stätte am Ort des ehe­mali­gen KZ Ra­vens­brück. 1962 stirbt Aenne Saefkow im Al­ter von 59 Jah­ren.

Aenne Saefkow 

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