zu den Biografien

Erna Kolthek

geb. Sauerbrey

15. Februar 1913, Köthen – 4. Juni 1985, Bremen

Erna Sauer­brey wird als un­ehe­li­ches Kind von Friederike Sau­er­brey ge­boren, die 1923 Karl Broll hei­ra­tet. Durch ihren Stief­vater kommt Erna Sauer­brey in die „Frei­hei­tli­che Kin­der­grup­pe“. 

Nach dem Um­zug der Familie nach Leip­zig Mitte der 1920er Jahre schließt sie sich der An­ar­chis­ti­schen Ju­gend an. Mit 18 Jahren wird Erna Sauer­brey Mit­glied der „Frei­denker Jugend“ und sym­pa­thi­siert mit der Frei­en Ar­bei­ter-Union Deutsch­lands (FAUD). 

1935 wird die aus­ge­bil­de­te Kin­der­pfle­ge­rin im Zu­sam­men­hang mit einer Ver­haf­tungs­wel­le im Um­feld der FAUD fest­ge­nom­men und meh­rere Tage in „Schutz­haft“ ge­hal­ten. 

Nach ihrer Frei­las­sung geht sie nach Ams­ter­dam, wo sie als Haus­ge­hil­fin ar­beitet und am 14. April 1937 den Nie­der­länder Jan Kol­thek hei­ra­tet. Die ge­mein­sa­me Tochter Ilse wird im Mai 1938 in Ams­ter­dam ge­bo­ren, das Ehe­paar lebt seit 1939 ge­trennt, lässt sich aber erst 1953 schei­den.

Nach der Tren­nung zieht Erna Kolthek zu ih­ren Eltern nach Bre­men. Dort wird sie am 23. Juni 1941 fest­ge­nom­men. Zu­nächst im Poli­zei­ge­fäng­nis Kassel in­haf­tiert, wird sie ge­mein­sam mit anderen Anarcho­syndika­listinnen und -syndikalisten am 29. Oktober 1941 vor dem Ober­landes­gericht Dresden wegen „Vor­bereitung zum Hoch­ver­rat“ an­ge­klagt und am 22. Janu­ar 1942 zu drei Jah­ren und drei Mo­na­ten Zucht­haus ver­ur­teilt. Die Stra­fen der an­de­ren Mit­ange­klagten fallen geringer aus. 

Nach mehr als zwei­ein­halb Jah­ren Haft­zeit im Zucht­haus Wald­heim wird Erna Kol­thek am 27. Novem­ber 1944 in das Lager Brei­te­nau über­führt und ist dort bis zur Be­frei­ung am 29. März 1945 in­ter­niert. 

Sie geht zu­nächst wie­der nach Bremen und trifft ihre Tochter wie­er, die seit ihrer Fest­nah­me bei den Groß­eltern ge­lebt hat. Ende Mai 1955 wan­dert Erna Kolthek nach Montréal in Kanada aus.

Erna Kolthek