zu den Biografien

Irma Götze

3. Dezember 1912, Leipzig – 7. März 1980, Leipzig

Irma Götze wächst in einer Leip­zi­ger Arbei­ter­familie mit vier Ge­schwis­tern auf und lässt sich nach der Schule zur Kin­der­pfle­ge­rin aus­bil­den. Wie ihre Mut­ter Anna Götze und wei­te­re An­ge­hö­rige ist sie in der anar­cho-syn­di­ka­lis­ti­schen Frei­en Ar­bei­ter-Union Deutsch­lands (FAUD) aktiv. Sie en­ga­giert sich außer­dem bei den Leip­ziger Meu­ten, in denen sich op­po­si­tio­nel­le Ju­gend­li­che aus Arbeiter­krei­sen zu­sam­men­fin­den.  

Nach 1933 be­tei­ligt sie sich an der Her­stel­lung ver­bo­te­ner Schrif­ten und an Ku­rier­fahr­ten in die Tsche­cho­slo­wa­kei. Sie flieht nach Bar­ce­lo­na und nimmt 1936 am Spa­ni­schen Bür­ger­krieg teil, wo sie mit­hilft, Ver­wun­de­te zu ver­sor­gen und Bar­ri­ka­den zu er­rich­ten. 1937 wird Irma Götze von der sowje­ti­schen Ge­heim­po­li­zei in ver­schie­de­nen Ge­fäng­nissen in Spanien in­haf­tiert. 

Nach ihrer Freil­as­sung 1938 emi­griert sie nach Frank­reich. Dort wird sie 1940 als „feind­li­che Aus­län­de­rin” in meh­re­re Lager ver­schleppt. 

1941 gerät Irma Götze in die Hän­de der Ges­ta­po und wird im No­vem­ber 1942 vom Ober­lan­des­ge­richt Dresden für ihre Teil­nah­me an Akti­vi­tä­ten einer Leip­zi­ger Meu­te wegen „Vor­be­rei­tung zum Hoch­ver­rat“ zu zwei­ein­halb Jah­ren Zucht­haus ver­ur­teilt. 

Nach der Haft wird sie im Au­gust 1944 in das Kon­zen­tra­tions­la­ger Ra­vens­brück über­führt. Hier trifft sie nach neun Jahren ihre Mut­ter wieder. Wäh­rend des Todes­mar­sches im April 1945 gelingt bei­den die Flucht. 

Nach der Rück­kehr in ihre Hei­mat­stadt arbei­tet Irma Götze als Säug­lings­pfle­ge­rin und lei­tet zu­letzt eine Kin­der­krip­pe. Sie lebt bis zu ihr­em Tod 1980 in Leipzig. 

Irma Götze