zu den Biografien

Katharina Jacob

geb. Emmermann

6. März 1907, Köln – 23. August 1989, Hamburg

Katharina Emmermann wächst in einer Kölner Arbeiterfamilie auf. Sie ist als Kon­to­ris­tin tä­tig und en­ga­giert sie sich in der Ju­gend­grup­pe der Gewerk­schaft der Ange­stell­ten (GDA). 1926 tritt sie dem Kom­mu­nis­ti­schen Ju­gend­ver­band (KJVD) und 1928 der KPD bei. 1927 hei­ra­tet sie den KJVD-Funk­tio­när Walter Hoch­muth, mit dem sie nach Ham­burg zieht.

Wegen der Ver­brei­tung kom­mu­nis­ti­scher Flug­blät­ter wird Katharina Hoch­muth 1934 zu einer ein­jäh­ri­gen Haft­stra­fe ver­ur­teilt, die sie bis Ende 1935 im Ge­fäng­nis Lü­beck-Lau­er­hof ver­büßt. 1938 er­neut fest­ge­nom­men, wird sie im Poli­zei­ge­fäng­nis Fuhls­büt­tel fest­ge­hal­ten. 1940 lässt sie sich schei­den und hei­ra­tet ein Jahr spä­ter in zwei­ter Ehe den Kom­mu­nis­ten Franz Jacob. 

Die Ent­schei­dung war nicht leicht. Aber Unrecht sehen und nichts dagegen tun? Ich musste vor mir und meinen Kin­dern beste­hen können.

Katharina Jacob nach 1945 in einem Interview

Katharina Jacob be­tei­ligt sich am Auf­bau des Wider­stands­netz­werks um ihren Mann, Bernhard Bäst­lein und Franz Abshagen. Sie or­ga­ni­siert Tref­fen und über­bringt Geld­spen­den zur Unter­stüt­zung von Zwangs­ar­bei­te­rin­nen und Zwangs­ar­bei­tern sowie Kriegs­ge­fan­ge­nen. Als Franz Jacob im Herbst 1942 un­ter­tau­chen muss und nach Berlin flieht, hält sie den Kon­takt zu den Kreisen in Ham­bur­g auf­recht. 

Im Juli 1944 wer­den wei­tere An­ge­hö­ri­ge der Grup­pe fest­ge­nom­men, darun­ter auch Katharina Jacob. Der „Volks­ge­richts­hof“ spricht sie aus „Man­gel an Be­wei­sen“ im Sep­tem­ber 1944 frei, wäh­rend Franz Jacob zum Tode ver­ur­teilt und wenig spä­ter er­mor­det wird. Sie kommt in „Schutz­haft“ und wird ins KZ Ra­vens­brück ver­schleppt, wo sie bis zur Be­frei­ung am 30. April 1945 interniert ist. 

Nach Kriegs­en­de lässt sich Katharina Jacob zur Leh­re­rin aus­bil­den und ar­bei­tet 25 Jah­re lang an einer Ham­bur­ger Schule. Sie en­ga­giert sich in der Ver­ei­ni­gung der Ver­folg­ten des Nazi­re­gimes (VVN) und in der DKP. 

1992 wird in Ham­burg Groß-Bors­tel eine Stra­ße nach ihr be­nannt. 

Katharina Jacob