zu den Biografien

Biografie

Hannelore Willbrandt

21. September 1923, Hamburg – 10. Februar 2003, Schöneiche bei Berlin

Porträt der 25-jährigen Hannelore Willbrandt. Sie hat buschiges, dunkles Haar, das ihr auf beiden Seiten des Kopfes schulterlang herabfällt. Sie trägt eine Brille mit dunklen Rändern und ein Barett auf dem Kopf. Sie lächelt in die Kamera.

Hanne­lore Will­brandt wächst mit zwei äl­te­ren Ge­schwis­tern in einem sozial­de­mo­kra­ti­schen Eltern­haus in Ham­burg auf. 1940 be­ginnt die 16-Jährige eine Le­hre zur Buch­hand­lungs­ge­hil­fin in der Buch­hand­lung von Conrad Kloss und wird danach im Ge­schäft über­nom­men. 

Mitte 1942 lernt sie dort als Kun­den Heinz Kuchar­ski, Mar­ga­retha Rothe und im Feb­ruar 1943 Albert Suhr kennen, die zum Hamb­ur­ger Kreis der Wei­ßen Rose ge­hö­ren. Sie freun­det sich mit ihnen an und nimmt an Tref­fen der Grup­pe teil. Ge­mein­sam dis­ku­tie­ren die jun­gen Leute über Fa­schis­mus und Krieg sowie künst­le­ri­sche und philo­so­phi­sche Fra­gen. Sie hören auch zu­sam­men aus­län­di­sche Radio­sen­der ab, um besser über das poli­ti­sche Ge­sche­hen in Deutsch­land und Euro­pa in­for­miert zu sein.

An­fang 1943 er­hält die Gruppe von Traute Lafrenz das drit­te Flugblatt der Weißen Rose. Hanne­lore Will­brandt und Albert Suhr schrei­ben das Flug­blatt sowie das Ge­dicht „Marsch­liedchen“ von Erich Käst­ner auf der Schreib­ma­schi­ne ab und ver­brei­ten ge­mein­sam die Durch­schlä­ge. Ab Früh­jahr 1943 muss Hanne­lore Will­brandt ihren Reichs­ar­beits­dienst und an­schlie­ßend Kriegs­hilfs­dienst in einem Kran­ken­haus in Rick­ling bei Neu­müns­ter ab­leis­ten. Dort wird sie am 18. De­zem­ber 1943 fest­ge­nommen und bis Früh­jahr 1945 in ver­schie­denen Haft­an­stal­ten teil­weise in Einzel­haft fest­ge­hal­ten. 

Erst Ende Fe­bruar 1945 er­hebt der Ober­reichs­an­walt beim „Volks­ge­richts­hof” An­klage ge­gen sie und wei­tere An­ge­hö­rige der Ham­burger Weißen Rose. Auf­grund der Bom­bar­die­rung des „Volks­ge­richt­shofs” in Berlin kommt es je­doch nicht mehr zu einer Ver­hand­lung. 

Nach Kriegs­ende lebt Hanne­lore Will­brandt in der DDR, ist zwei­mal ver­hei­ra­tet und lang­jäh­rig im Schulbuchverlag „Volk und Wissen” tätig. Sie ar­bei­tet nach ihrer Pro­mo­tion 1975 als wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin am Zen­tral­ins­ti­tut für Phi­lo­so­phie der Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten der DDR.

Porträt der 25-jährigen Hannelore Willbrandt. Sie hat buschiges, dunkles Haar, das ihr auf beiden Seiten des Kopfes schulterlang herabfällt. Sie trägt eine Brille mit dunklen Rändern und ein Barett auf dem Kopf. Sie lächelt in die Kamera.

Hannelore Willbrandt