Ille Wendt wird 1908 als Bertha Maria Ruppe in Köln geboren und wächst in kleinbürgerlichen Verhältnissen auf. Schon als Jugendliche engagiert sie sich gegen den Willen ihrer Eltern politisch. Sie tritt zunächst einer christlichen, dann in einer gewerkschaftlichen Jugendgruppe bei und ist ab 1925 schließlich im Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD) organisiert.
1926 verlässt sie ihr Elternhaus und flieht mit Unterstützung von politischen Freundinnen und Freunden nach Hamburg. Unter dem Namen Ilse oder Ille Schäfer lebt sie in der Folgezeit illegal in der Hansestadt und arbeitet unter anderem als Packerin für die „Hamburger Volkszeitung“ um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Bei der Arbeit mit Kindergruppen in Hamburg lernt sie den Bezirksleiter des Jung-Spartakus-Bundes „Wasserkante“ Walter Wendt kennen. 1929 heiratet sie ihn. 1930 tritt sie der KPD bei und widmet sich neben der Kinder- und Jugendgruppenarbeit auch frauenpolitischen Themen.
Nach der Machtübernahme ist Ille Wendt ebenso wie ihr Mann Walter weiter politisch aktiv. Sie unterstützt politisch Verfolgte, verteilt Flugblätter und arbeitet als Kurierin. Zwischen 1933 und 1938 wird Ille Wendt mehrfach festgenommen und im Hamburger Stadthaus und in Hamburg-Fuhlsbüttel jeweils für kurze Zeit festgehalten. Sie steht unter ständiger polizeilicher Beobachtung. 1936 erleidet Ille Wendt nach einem Gestapoverhör eine Fehlgeburt.
1943 in Hamburg ausgebombt, lebt Ille Wendt mit ihren Kindern bis 1947 in Thüringen, wo sie bis Kriegsende Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter unterstützt.
Nach Kriegsende gehört sie in Hamburg zu den Mitbegründerinnen der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Sie gehört dem Vorstand der Organisation an und ist DKP-Mitglied. Bis ins Rentenalter hinein engagiert sie sich für die Kinder- und Jugendarbeit und die Friedensbewegung.

















