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Biografie

Ille Wendt

geb. Ruppe

13. Juli 1908, Köln – 7. August 1993, Hamburg

Portrait: Ille Wendt

Ille Wendt wird 1908 als Bertha Maria Ruppe in Köln ge­bor­en und wächst in klein­bür­ger­li­chen Ver­hält­nis­sen auf. Schon als Ju­gend­liche en­ga­giert sie sich gegen den Willen ihrer Eltern politisch. Sie tritt zunächst einer christ­lichen, dann in einer gewerk­schaft­lichen Jugend­gruppe bei und ist ab 1925 schließlich im Kom­mu­nis­ti­schen Jugend­ver­band Deutschlands (KJVD) organisiert.

1926 verlässt sie ihr Eltern­haus und flieht mit Unter­stützung von politischen Freundinnen und Freunden nach Hamburg. Unter dem Namen Ilse oder Ille Schäfer lebt sie in der Folge­zeit illegal in der Hanse­stadt und arbeitet unter anderem als Packerin für die „Hamburger Volks­zeitung“ um ihren Lebens­unter­halt zu ver­dienen.

Bei der Arbeit mit Kinder­gruppen in Hamburg lernt sie den Bezirks­leiter des Jung-Spartakus-Bundes „Wasser­kante“ Walter Wendt kennen. 1929 heiratet sie ihn. 1930 tritt sie der KPD bei und widmet sich neben der Kinder- und Jugend­gruppen­arbeit auch frauen­politischen Themen. 

Nach der Macht­übernahme ist Ille Wendt ebenso wie ihr Mann Walter weiter politisch aktiv. Sie unter­stützt politisch Verfolgte, verteilt Flug­blätter und arbeitet als Kurierin. Zwischen 1933 und 1938 wird Ille Wendt mehr­fach fest­ge­nom­men und im Hamburger Stadt­haus und in Hamburg-Fuhls­büttel jeweils für kurze Zeit fest­gehalten. Sie steht unter ständiger polizeilicher Beobachtung. 1936 erleidet Ille Wendt nach einem Gestapo­verhör eine Fehl­geburt.

1943 in Hamburg aus­ge­bombt, lebt Ille Wendt mit ihren Kindern bis 1947 in Thüringen, wo sie bis Kriegs­ende Zwangs­arbeiter­innen und Zwangs­arbeiter unter­stützt.

Nach Kriegs­ende gehört sie in Hamburg zu den Mit­be­gründer­innen der Ver­einigung der Ver­folgten des Nazi­regimes (VVN). Sie gehört dem Vor­stand der Organisation an und ist DKP-Mitglied. Bis ins Renten­alter hinein engagiert sie sich für die Kinder- und Jugend­arbeit und die Friedens­bewegung.

Portrait: Ille Wendt

Ille Wendt 

Interview mit Ille Wendt