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Biografie

Ilse Unterdörfer

31. Januar 1913, Plauen – 24. Januar 1991, Selters (Taunus)

Porträt der 32-jährigen Ilse Unterdörfer. Sie hat ein kantiges Gesicht und kurze schwarze Haare. Sie trägt ein Hemd und lächelt leicht an der Kamera vorbei.

Ilse Unterdörfer und ihre Mutter Gertrud schließen sich Anfang der 1930er Jahre den Zeugen Jehovas an. Nach dem Ver­bot der der Glaubens­ge­meinschaft in den Län­dern des Deutschen Reichs 1933 kommt es zu einer Haus­durch­suchung bei den Frauen. Ilse Unterdörfer ist jedoch weiter­hin und an der Ver­breitung von Schrif­ten be­teiligt und als Kurierin in Sachsen aktiv. 

1936 reist sie ge­mein­sam mit Erich Frost, dem Bezirks­dienst­leiter für Sachsen, zum Kon­gress der Zeugen Jehovas nach Luzern. Hier wird eine Resolution gegen die Ver­folgung der Zeugen Jehovas verabschiedet, die am 12. Dezember 1936 in ganz Deutsch­land als Flug­blatt verbreitet wird. 

Als Frost mit der Reichs­leitung der Unter­grund­tätigkeit der Zeugen Jehovas in Deutschland beauf­tragt wird, übernimmt Ilse Unterdörfer zeitweise die Be­treuung der Bezirks­arbeit in Sach­sen. Dabei arbeitet sie eng mit Erich Frost zu­sammen. Beide werden am 21. März 1937 festgenommen.

Ilse Unterdörfer wird am 29. Oktober 1937 vom Sonder­gericht I bei dem Land­gericht Berlin zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Nach Verbüßung der Haft wird sie in das Kon­zen­trations­lager Lichten­burg und im Mai 1939 in das Kon­zen­trations­lager Ravens­brück verschleppt. 

Auch hier hält sie an ihrem Glauben fest und verweigert wie die Mehr­heit ihrer Glau­bens­schwestern jegliche kriegs­unter­stützende Arbeiten. So lehnen die Frauen das Nähen von Uni­formen für die Waffen-SS und die Wehrmacht ab. Im Dezember 1939 weigern sich Zeuginnen Jehovas im KZ Ravensbrück, Patronen­taschen zu produzieren. Sie werden dafür mit Bunkerhaft bestraft und müssen mehrere Stunden in dünner Kleidung bei extremen Minus­graden auf dem Gefängnis­hof stehen, zu­dem erhalten sie nur minimale Essens­rationen. Trotzdem rücken sie nicht von ihrer Ver­weigerungs­hal­tung ab.

Ilse Unterdörfer kann das Kriegs­ende über­leben und ist in den folgenden Jahren als Vollzeit­predigerin der Zeugen Jehovas in Öster­reich tätig.

Porträt der 32-jährigen Ilse Unterdörfer. Sie hat ein kantiges Gesicht und kurze schwarze Haare. Sie trägt ein Hemd und lächelt leicht an der Kamera vorbei.

Ilse Unterdörfer