zu den Biografien

Gretha Schellworth

geb. Stange

28. Juli 1898, Hamburg – 28. April 1968, Buenos Aires

Gretha Stange wächst in Ham­burg und in Buenos Aires auf. Sie studiert unter anderem in Heidelberg Medizin und wird 1932 als Kinder­ärztin ap­pro­biert.

1934 wird sie wegen der Mitglied­schaft in der in­zwischen ver­bo­ten­en Liga für Men­schen­rechte nach eigenen An­ga­ben aus dem Arzt­register ge­strichen. Ihre 1928 ge­schlossene Ehe mit dem Nerven­arzt Walter Schellworth wird 1937 ge­schie­den. 1940 wird Greta Schellworth in das Staats­kranken­haus der Polizei in der Scharn­horst­straße in Berlin-Mitte ver­pflichtet, wo sie die Leitung des Kinder­ambula­tori­ums über­nimmt. 

Seit ihrer Ju­gend in Hamburg ist Schellworth eng mit Sonja Okun befreundet, die ab 1938 im Palästina-Amt der Jewish Agency arbeitet. Als diese am 26. Januar 1943 deportiert wird, hält Gretha Schellworth den Kon­takt zu Okuns Mitbewohnerin Ilse Haak aufrecht. Sie warnt Haak und deren Freundin Ellen Berkowitz im Februar 1943 vor der bevor­stehenden „Fabrik-Aktion”. Die beiden Frauen ent­schließen sich unter­zu­tauchen und werden weite­rhin von Schellworth unter­stützt.

Gretha Schellworth ist zudem mit den Sozial­demokraten Theodor Haubach und Emil Henk be­freun­det, die im Wider­stand aktiv sind. Sie informiert Emil Henk tele­fo­nisch über bevor­stehende Depor­tationen. Er gibt diese War­nun­gen unter anderem an Karl Jaspers und dessen jü­dische Ehefrau Gertrud weiter. Theodor Haubach, der nach dem 20. Juli 1944 im Berliner Zelleng­efängnis Lehrter Straße in­haf­tiert ist, und seine Mit­ge­fan­genen werden von Gretha Schellwort mit ein­ge­schmug­gelten Medi­ka­menten ver­sorgt.  

Nach Kriegs­ende leitet Gretha Schellworth erneut das Kinder­ambulatorium, scheidet aber zwei Jahre später aus dem Dienst des Kranken­hauses aus, das nun der Volks­polizei untersteht. Anfang der 1950er Jahre emigriert sie zu Ver­wandten nach Buenos Aires. Nach­dem sie die er­for­derlichen Examina ab­gelegt hat, praktiziert sie dort weiter als Ärztin. 

Gretha Schellworth