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Biografie

Margarethe von Oven

11. März 1904, Berlin – 5. Februar 1991, Göttingen

Porträt der etwa 56-jährigen Margarethe von Hardenberg. Sie hat dunkles Haar, das ihr über die Ohren reicht. Sie lächelt.

Margarethe von Oven wird als Tochter von Margarete, gebor­ene von Jordan, und Ludolf von Oven geboren. Sie wächst mit drei Geschwis­tern in Berlin auf und ist mit Erika von Falken­hayn befreundet, der späteren Ehefrau von Henning von Tresckow. Margarethe von Ovens Vater ist Oberst­leutnant, er fällt 1914 im Ersten Welt­krieg. So muss sie früh zum Unter­halt der Familie beitragen. 

Ab 1920 arbeitet Margarethe von Oven als Schreib­kraft, später als Sekretärin und erhält 1925 ihre erste Stelle im Reichs­wehr­minis­terium. 1938 wird sie nach Buda­pest und 1940 nach Lissa­bon versetzt. Henning von Tresckow, der eine führende Rolle unter den oppo­sitionellen Offizieren ein­nimmt, die einen Anschlag auf Hitler planen, holt Margarethe von Oven im Sommer 1943 zurück nach Berlin. Hier arbeitet sie als Sekretärin für das Nach­kom­man­do der Heeres­gruppe Mitte.

Im Sommer 1943 weiht Henning von Tresckow Margarethe von Oven in die Um­sturz­pläne ein. Sie wird zur zuver­lässigen Mit­wisserin der Ver­schwörer. Gemein­sam mit ihrer Freundin Erika von Tresckow und Ehrengard Gräfin von der Schulen­burg schreibt sie „Walküre”-Ent­würfe nieder und fertigt die Rein­schriften an. Beim Tippen trägt Margarethe von Oven Hand­schuhe, damit sie auf den Doku­menten keine Spuren hinter­lässt.

„Ich weiss noch genau, wie ich das erste Mal diesen Befehl ge­tippt habe, der mit den Worten an­fing: ‚Der Führer ist tot … .‘ Da blieb mir das Herz stehen.“

Margarethe Gräfin von Harden­berg, geborene von Oven, 1989/90

Nach dem Scheitern des Um­sturz­versuchs vom 20. Juli 1944 wird Margarethe von Oven fest­ge­nommen. Eine Betei­ligung an der Ver­schwörung kann ihr nicht nach­gewiesen werden, sodass sie nach zwei Wochen wieder in ihre Dienst­stelle ent­lassen wird. 

Nach Kriegs­ende lebt Margarethe von Oven zunächst ein Jahr in der Schweiz, dann in der Bundes­republik. 1955 heiratet sie den Forst­meister Wilfried Graf von Harden­berg.

Porträt der etwa 56-jährigen Margarethe von Hardenberg. Sie hat dunkles Haar, das ihr über die Ohren reicht. Sie lächelt.

Margarethe von Oven 

Weiterführendes

Dorothee von Meding: Mit dem Mut des Herzens. Die Frauen des 20. Juli, Berlin 1995

Reinhild Gräfin von Hardenberg: Auf immer neuen Wegen. Erinnerungen an Neuhardenberg und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Berlin 2003

Antje Vollmer/Lars-Broder Keil: Margarethe von Oven (1904-1991). „Einen Mittelweg gab es nicht.“, in: dies.: Stauffenbergs Gefährten. Das Schicksal der unbekannten Verschwörer, München 2013