zu den Biografien

Rita Neumann

9. April 1919, Berlin – 1977, USA

Rita Neumann lebt mit ihrer Mutter Gertrud und ihrem Bruder Ralph in Berlin. Ab 1935 be­reitet sich die 16-Jährige in einem Lager der Hachschara in Hindenburg (Zabrze) auf ein Leben im britischen Mandats­gebiet Palästina vor. Weil ihre Mutter krank wird, entscheidet sie sich jedoch gegen die Aus­wanderung und bleibt in Deutschland. 1939 wird sie zur Zwangs­arbeit herangezogen.

Als die Neumanns am 17. Februar 1943 den Deportations­befehl erhalten, tauchen sie unter. Zunächst kommt Rita Neumann bei Familien unter, die nach der rassistischen Definition der National­sozialisten in „Mischehe“ leben und selbst ge­fährdet sind. Im März 1943 wird sie nach Salzwedel vermittelt, dort aber fest­genommen. Sie kann aus dem Gefängnis fliehen und kehrt nach Berlin zu­rück. Ab Sommer 1943 nimmt Agnes Wendland sie in der Pfarr­wohnung der Gethsemane­gemeinde in Berlin-Prenzlauer Berg auf.

Mit Elisabeth Abeggs Hilfe erhält Rita Neumann einen Aus­weis als „Aus­ge­bombte“ und kann unter der falschen Identität arbeiten. Als im Februar 1945 ihr Bruder Ralph fest­genommen wird, stellt sie sich der Gestapo, um ihm bei­zustehen. Im Gefängnis Schul­straße treffen sich die Ge­schwister wieder. Ihnen gelingt im März 1945 gemeinsam die Flucht, indem sie sich mit einer Wäsche­leine aus dem 2. Stock abseilen.

1946 emigriert Rita Neumann in die USA und heiratet 1948 Samuel Rosenstock.