zu den Biografien

Johanna Marum

geb. Benedick

3. Mai 1886, Albersweiler – 13. November 1964, Berlin

Johanna Benedick wächst in der Pfalz in einer jüdischen Familie auf. Nach dem Be­such der Volks-und hö­he­ren Schule ist sie als Steno­typistin tätig. 1910 heiratet sie den badischen Sozial­demokraten Ludwig Marum, mit dem sie in Karlsruhe lebt. Im selben Jahr kommt die Tochter Elisabeth, 1913 der Sohn Hans und 1919 die Tochter Brigitte zur Welt. 

Johanna Marum schließt sich 1913 der SPD an. Das Haus der Familie wird zu einem Treffpunkt repu­blikanischer Politikerinnen und Politiker sowie von Kunst­schaffenden. Die Kinder Brigitte und Hans sind ebenfalls früh politisch engagiert. Bereits vor der national­soziali­stischen Macht­übernahme ist Ludwig Marum anti­semitischen Angriffen ausgesetzt. 

Im März 1933 wird er in „Schutzhaft“ ge­nommen und ein Jahr später im Kon­zen­trations­lager Kieslau er­mordet. Nach sei­nem Tod emigriert Johanna Marum mit ihren beiden Töchtern nach Frank­reich, wo be­reits ihr Sohn und dessen Frau Sophie leben. Sie ar­bei­tet in Paris für die Zeitschrift „Trait d´ Union“ als Sekre­tärin, schließt sich dem kommunistischen Widerstand an und ist in der Flüchtlingshilfe aktiv.1940 wird Johanna Marum für mehrere Monate in dem fran­zö­si­schen Lager Gurs in­ter­niert. Nach ihrer Frei­lassung kann sie mit ihrer Tochter Elisabeth in die USA auswandern. Ihre jüngste Tochter Brigitte ist zu diesem Zeit­punkt schwan­ger und kann des­halb nicht aus Frank­reich aus­reisen. Sie wird 1943 im Ver­nich­tungs­lager Sobibor er­mordet. 

Nach Kriegsende geht Johanna Marum nach Mexiko, wo ihr Sohn Hans mit seiner Familie lebt. Sie ist als Sekre­tärin bei der Zeitschrift „De­mo­krati­sche Post“ tätig und wird Mit­glied der von Emi­grantin­nen und Emigranten ge­grün­de­ten Or­ga­nisa­tion Be­we­gung „Freies Deutsch­land”. 

1947 kehrt sie nach Deutsch­land zurück und lebt  zunächst in Chemnitz, dann in Schwe­rin und schließlich in Berlin (Ost). Sie wird als Opfer des Faschis­mus an­er­kannt und ist bis  zu ihrem Tod im Jahr 1964 Mi­tglied der SED.

Johanna Marum 

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