zu den Biografien

Erika Mann

9. November 1905, München – 27. August 1969, Zürich

Erika Mann ist die ältes­te Tochter von Katia und Thomas Mann. Ihr Vater wird mit dem Roman „Die Buddenbrooks” welt­berühmt und erhält 1929 den Nobel­preis für Literatur. Erika Mann ent­deckt früh ihre Leiden­schaft für das Thea­ter. Gemein­sam mit ihrem Bruder Klaus, zu dem sie ein be­sonders en­ges Ver­hält­nis hat, gründet sie 1919 ihre erste Schau­spiel­gruppe. Sie beginnt ein Schau­spiel­studium, dass sie jedoch wieder abbricht. 1926 heiratet Erika Mann Gustaf Gründgens, die Ehe wird 1929 geschie­den. Erika Mann fühlt sich sowohl zu Männern als auch zu Frauen hin­ge­zogen.

Von 1927 bis 1928 reist sie mit ihrem Bruder durch die Welt, sie präsen­tieren sich als „The Literary Mann Twins“. Nach der Rück­kehr ver­fasst Erika Mann ihren ersten schrift­stellerischen Text, eine Reise­reportage. Sie arbeitet fort­an als Schau­spielerin, Jour­nalistin und Autorin. 

Anfang 1933 gründet sie gemein­sam mit ihrer Lebens­gefährtin Therese Giehse und ihrem Bruder Klaus das Kabarett „Die Pfeffermühle”. Aufgrund ihrer kriti­schen Position zum National­sozia­lismus müssen Erika Mann, ihr Bruder Klaus und Therese Giehse im März 1933 mit dem Kabarett in die Schweiz fliehen. Sie touren mit dem En­sem­ble der „Pfeffermühle“ mehrere Jahre durch Europa. Nach­dem die Lage zu­neh­mend bedroh­licher wird, geht Erika Mann 1936 in die USA. Ihr Ver­such, mit einer englisch­sprachigen „Peppermill-Revue” weiter­zumachen, scheitert jedoch. 1938 reist sie mit ihrem Bruder nach Spanien, um über den spa­nisch­en Bürger­krieg zu berichten.

Im Zweiten Weltkrieg arbeitet Erika Mann als Kriegs­bericht­erstatter­in für diverse Zei­tungen, die amerika­nische Armee und BBC London. Später nimmt sie als Beobach­terin an den Nürn­berger Kriegs­verbrecher­prozessen teil. 

1952 kehrt sie end­gültig nach Europa zurück und lebt bis zu ihrem Tod in der Schweiz. 

Erika Mann