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Biografie

Charlotte von Kirschbaum

25. Juni 1899, Ingolstadt – 24. Juli 1975, Riehen

Porträt der etwa 41-jährigen Charlotte von Kirschbaum. Sie hat braunes Haar, das sie in der Mitte gescheitelt und nach hinten gekämmt hat. Sie lächelt strahlend in die Kamera, in ihren Augenwinkeln sind leichte Falten zu erkennen.

Charlotte von Kirsch­baum beginnt 1922 eine Aus­bildung als Kranken­schwester und besucht anschlie­ßend die Soziale Frauen­schule in München. 1924 lernt sie den Theologen Karl Barth ken­nen und wird in den folgenden Jahren seine engste Mit­ar­bei­terin und Ver­traute. 

Als Karl Barth 1935 einen Ruf an die Uni­versität Basel erhält, folgt sie ihm und seiner Familie in die Schweiz. Sie beobachtet die poli­tische Ent­wicklung in Deutsch­land, hält Kontakt zu Freunden aus dem Kreis der Be­ken­nenden Kirche und en­gagiert sich in der Flücht­lings­hilfe des Schweizerischen Hilfs­werks für die Beken­nende Kirche. 

Im Sommer 1943 gründet sich auf Initiative von ehemaligen Ange­hörigen der KPD die Bewegung „Freies Deutschland“ in der Schweiz. Ob­wohl den Emi­granten und Emigran­tinnen die poli­tische Be­tätigung in der Schweiz verboten ist, ver­breiten sie ab September 1943 die Zeitung „Freies Deutschland“. 

Im Juli 1944 wird eine provisori­sche Landes­leitung der Be­wegung ins Leben gerufen, die erst im März 1945 offiziell zuge­lassen wird. Bei einem Treffen zwischen Ve­rtretern und Ver­treterinnen der Bewegung „Freies Deutschland“ und Ange­hörigen der Beken­nenden Kirche er­klären sich von Kirschbaum und Barth im Februar 1945 zur Mit­arbeit bereit. 

Charlotte von Kirschbaum wird am 27. Mai 1945 als Vertreterin der Bekennenden Kirche in das Präsidium der Bewegung „Freies Deutsch­land“ gewählt. In öf­fent­lichen Kund­gebungen engagiert sie sich für die demo­kratische Erneuerung Deutsch­lands und die Wieder­gut­machung national­sozialistischen Unrechts. Dabei setzt sie sich auch kritisch mit der Rolle der Bekennenden Kirche im National­sozialis­mus aus­ein­ander. 

Charlotte von Kirschbaum gehört der Bewegung „Freies Deutsch­land” bis zu deren Auf­lösung im Dezem­ber 1945 an. Sie verfasst in den folgenden Jahren eigene theo­logi­sche Arbeiten, in denen sie sich vor allem mit der Rolle der Frau in Kirche und Gesell­schaft aus­einander­setzt. 

Nach langer Kran­kheit stirbt sie 1975 in der Schweiz.

Porträt der etwa 41-jährigen Charlotte von Kirschbaum. Sie hat braunes Haar, das sie in der Mitte gescheitelt und nach hinten gekämmt hat. Sie lächelt strahlend in die Kamera, in ihren Augenwinkeln sind leichte Falten zu erkennen.

Charlotte von Kirschbaum