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Änne Kappius

geb. Ebbers

4. Juni 1906, Bochum – 22. August 1956, Dortmund

Änne Ebbers stammt aus einer Bochumer Berg­arbeiter­familie. Bereits als 13-Jährige wird sie Mit­glied in der Sozialis­tischen Arbeiter-Jugend (SAJ). 

1930 heiratet sie Josef „Jupp“ Kappius, den sie in der SAJ kennen­gelernt hat. 1933 treten sie zusammen dem Inter­nationalen Sozialis­tischen Kampf­bund (ISK) bei. 

Schon vor 1933 en­ga­gie­ren sich Änne Kappius und ihr Mann gegen die National­sozialisten. Diese Wider­stands­arbeit setzen sie auch nach der Macht­über­nahme durch die National­sozialisten fort. 1935 zieht das Paar von Bochum nach Berlin, um dort für den ISK zu arbeiten. Sie organisieren Treffen von ISK-Mitgliedern in ihrer Woh­nung und bereiten politische Aktionen vor. 

Änne Kappius über­nimmt zu­sam­men mit Hilda Monte zahlreiche Kurier­dienste. Mitglieder des ISK finden außerdem immer wieder bei Änne und Jupp Kappius eine Unter­kunft. 

Als die Berliner Gruppe zerschlagen wird Änne Kappius 1937 zusammen mit ihrem Mann in die Schweiz. Ab 1939 wird sie steck­brieflich ge­sucht. Änne Kappius beschafft sich falsche Papiere und ist als Ku­rier­in zwischen der Schweiz und Deutsch­land für den ISK aktiv. Während ihr Mann im englischen Exil ist, nimmt sie an heim­lichen Treffen in Bochum und Hamburg teil. 

Für den Fall einer even­tu­ellen Ver­haftung führt sie bei ihren Reisen immer eine Gift­kapsel mit sich, um sich ge­geben­enf­alls das Leben nehmen zu können. 

Nach dem Krieg lebt Änne Kappius zusammen mit ihrem Mann wieder in Bochum. Sie wird 1945 Mit­glied der SPD und hilft ehe­maligen Ver­folgten des Nazi-Regimes in der Stadt. 

1956 stirbt sie im Alter von 50 Jahren. Eine ihr be­willigte Ent­schädi­gung erhält sie nicht mehr.

Änne Kappius 

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