zu den Biografien

Hildegard Jadamowitz

12. Februar 1916, Berlin – 18. August 1942, Berlin-Plötzensee

Hilde­gard „Hilde” Jada­mo­witz bildet sich in Abend­kur­sen zur medi­zi­nisch-tech­ni­schen As­sis­ten­tin aus und arbei­tet als Rönt­gen­as­sis­ten­tin. 1931 tritt sie in den Kom­mu­nis­ti­schen Ju­gend­ver­band (KJVD) ein, in dem sie ihren spä­te­ren Ver­lob­ten Werner Stein­brink ken­nenlernt, mit dem sie seit 1937 zusammen ist. Die Heirat ist ihnen auf­grund Hilde­gards jü­di­scher Her­kunft ver­sagt. 1936 wird sie fest­ge­nom­men, je­doch wegen feh­len­der Bewei­se frei­ge­spro­chen. 

Im Som­mer 1940 stößt das Paar zum kom­mu­nis­ti­schen Schu­lungs­kreis um Charlot­te und Hans-Georg Vöt­ter in Berlin-Britz. Hilde­gard Jada­mo­witz stellt wich­ti­ge Ver­bin­dun­gen zwischen diesem und ande­ren op­po­si­tio­nel­len Krei­sen her, so auch zur Grup­pe um Herbert und Marian­ne Baum. 

Im April 1942 entsteht in der Gruppe ein Flug­blatt, das auf die kata­stro­pha­le Ent­wick­lung der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung auf­merk­sam macht und unter­schied­lichste Gruppen zum Handeln auf­for­dert. Damit knüpft der Kreis an früh­e­re Be­stre­bun­gen zur Bil­dung einer ge­mein­samen „anti­fa­schis­ti­schen Ab­wehr­front” an.

Soll Hitler wirklich Deutsch­lands Toten­grä­ber wer­den? … Fallt ihm gemein­sam mit den anti­fa­schis­ti­schen Werk­tä­ti­gen in die Arme. Deutsch­land wird nicht zu Grun­de gehen, wenn Hit­ler stürzt. Im Gegen­teil!

Aus dem Flugblatt „An die deut­sche Ärzte­schaft!”, April 1942

Am 18. Mai 1942 be­tei­ligt sich Hilde­gard Jada­mo­witz an dem von ihrem Le­bens­ge­fähr­ten, Joachim Fran­ke und Herbert Baum vor­be­rei­te­ten Brand­an­schlag auf die anti­sowje­ti­sche Pro­pa­gan­da­aus­stel­lung „Das Sowjet­pa­ra­dies” im Berli­ner Lust­gar­ten. Vier Tage später werden sie festgenommen. 

Das Son­der­ge­richt V bei dem Land­ge­richt Berlin ver­ur­teilt sie am 16. Juli 1942 zum Tode. Hilde­gard Jada­mo­witz und Werner Stein­brink werden am 18. Au­gust 1942 im Straf­ge­fäng­nis Berlin-Plöt­zen­see ermordet.   

Seit 1957 trägt eine Stra­ße in Berlin-Fried­richs­hain ihren Namen.    

Hildegard Jadamowitz