zu den Biografien

Hella Hirsch

6. März 1921, Posen (Poznań) – 4. März 1943, Berlin-Plötzensee

Hella Hirsch be­sucht von 1927 bis 1937 die Volks- und Mit­tel­schule und ab­sol­viert danach bis 1939 eine kauf­män­nische Aus­bildung. Ab Juni 1939 ar­bei­tet sie als Sprech­stun­den­hilfe in der Augen­arzt­praxis Dr. Fritz Hirsch­feld. 

Seit 1934 sind sie und ihre zwei Jahre jüngere Schwester Alice ge­mein­sam mit ihrer Freundin Uschi Littmann in einer Jugend­grup­pe des Ring, Bund der Jüdi­schen Ju­gend aktiv, wo sie Herbert Baum ken­nen­ler­nen. Ab Winter 1938 werden sie Teil der sich um ihn und seine Frau Marianne grup­pie­ren­den Wider­stands­gruppe.

Fall ich, so fall ich –
steig ich, so steig ich,
doch im­mer auf­recht will ich be­ste­hen,
selbst im zer­mal­men­den Sturz.

Eintrag von Hella Hirsch im Album von Uschi Littmann, 9. Dezember 1938 

Ab Juni 1941 wird Hella Hirsch als Jüdin zur Zwangs­ar­beit im Aceta-Werk, einer Filiale der IG Far­ben in Berlin-Rum­mels­burg, ver­pflichtet. Nach dem Brand­anschlag auf die Pro­pa­gan­da­aus­stel­lung „Das Sowjet­paradies“ im Ber­li­ner Lust­garten am 18. Mai 1942 wird die Grup­pe um Herbert und Marianne Baum auf­ge­deckt.

Die beiden Schwes­tern werden am 8. Juli 1942 fest­genommen. Hella Hirsch wird am 10. Dezember 1942 vom „Volks­gerichts­hof” zum Tode ver­ur­teilt und zwei Tage vor ihrem 22. Geburtstag, am 4. März 1943, im Straf­ge­fäng­nis Berlin-Plöt­zen­see ermordet. 

Ihre Schwes­ter Alice, die vom „Volks­ge­richts­hof” zu drei Jahren Zucht­haus ver­urteilt worden ist, wird am 8. Dezember 1943 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau er­mor­det. Die Eltern Hannchen und Jakob werden am 17. März 1943 nach The­re­si­en­stadt de­por­tiert.  

Heute erinnert der Alice-und-Hella-Hirsch-Ring in Berlin-Lichten­berg im Orts­teil Rum­mels­burg an die beiden er­mor­de­ten Schwes­tern. 2022 wurden in Berlin-Mitte vor ihrem ehe­ma­li­gen Wohn­haus in der August­straße 49a Stol­per­stei­ne für Hannchen, Jakob, Hella und Alice Hirsch ver­legt.   

Hella Hirsch