zu den Biografien

Ilse Grubitz

geb. Piepenhagen

27. Juli 1916, Berlin – 19. Juli 2012, Berlin

Ilse Piepenhagen wächst in einer christ­lich ge­präg­ten Arbeiter­familie in Berlin-Kreuz­berg auf. Sie macht eine Aus­bil­dung zur Schnei­de­rin und en­ga­giert sich im Kommunis­ti­schen Jugend­verband. Dort lernt sie ihren spä­te­ren Ehemann Richard Grubitz kennen, mit dem sie 1935 einen Sohn bekommt.

Direkt nach der national­sozialis­ti­schen Macht­über­nahme be­tei­ligt sich das Paar an der Ver­brei­tung kom­munis­tischer Flug­blätter. In einer Zelt­stadt am Krossin­see im Süden Berlins treffen sie sich nach Kriegs­beginn regel­mäßig mit Freund­innen und Freunden, die eben­falls im Wider­stand aktiv sind. Einige von ihnen haben Kontakt zum Wider­stands­netz­werk um Anton Saefkow und Franz Jacob.

Na klar wollten wir die Welt verän­dern. Das ist doch klar. … Es wird immer so sein, dass es eine Grup­pe von Men­schen geben wird, die die Welt verän­dern will … 

Ilse Grubitz in dem Dokumentationsfilm „SüdOsten“, 1999

Ilse Grubitz leistet zudem vielfältige Hilfe für Ver­folgte. Sie unter­stützt Zwangs­arbeiter­innen und ver­steckt 1944 einen jungen Mann in ihrer Wohnung, der sich dem Wehr­dienst ent­zogen hat. Zu­sammen mit ihrer Mutter or­gani­siert sie Quar­tiere für unter­ge­tauchte Jüdinnen und Juden. Ilse Grubitz wird mehr­fach von der Gestapo ver­hört, kann aber einer wei­te­ren Ver­fol­gung ent­gehen.

Nach dem Krieg be­treibt sie mit ihrem Mann einen Markt­stand in Berlin-Kreuzberg, später siedelt das Eh­epaar in die DDR über. Sie en­ga­gieren sich für die Ver­eini­gung der Verfolgten des Naziregimes (VVN).

Ilse Grubitz 

Personen