zu den Biografien

Biografie

Agneta von Barkow

geb. Richter

31. März 1907, Hamburg – 11. Februar 1981, Eichwalde

Porträt von Agneta von Barkow: Eine etwa 30-jährige Frau mit dunklen, seitlich gescheitelten, lockigen Haaren, die ihr knapp über die Ohren reichen. Sie trägt ein gestreiftes Halstuch und lächelt in die Kamera.

Agneta Richter, 1907 in Hamburg geboren, kann ihre Schul­aus­bil­dung mit Abitur ab­schlie­ßen und an­schlie­ßend in Rostock Neuere Sprachen und Kunst­ge­schich­te stu­dieren. 1934 be­teiligt sie sich an der Ab­fas­sung eines Protest­briefes gegen die na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Glaubens­bewegung Deutsche Christen.

Um 1939/40 macht sich Agneta Richter mit einem Geschäft für Kupfer­stiche in Berlin selbst­ständig. 1941 hei­ratet sie den russischen Kauf­mann Leonidas von Barkow, das Paar be­kommt 1942 einen Sohn.

Seit ihrer Schul­zeit am Ber­liner Luisen-Oberlyzeum steht Agneta von Barkow in Kon­takt mit ihrer ehe­ma­li­gen Lehrerin Elisabeth Abegg. Diese baut ab 1942 ein Hilfs­netz­werk für Jü­dinnen und Ju­den auf, die sich in Berlin vor einer dro­hen­den De­por­ta­tion ver­stecken. Im Januar 1943 bittet Elisabeth Abegg Agneta von Barkow, die unter­ge­tauchte Modistin Hertha Blumenthal auf­zu­nehmen. Diese willigt ein und ver­steckt Hertha Blumenthal für mehrere Monate in ihrer Woh­nung und in ihrem Laden. Als Agneta von Barkow im Sep­tember 1943 von einer Nach­barin wegen kri­ti­schen Äu­ße­run­gen über den Kriegs­ver­lauf anzeigt wird, muss Hertha Blumenthal ihr Quar­tier wechseln. Sie über­lebt den Na­tio­nal­so­zia­lis­mus und wandert später nach Stockholm aus.

Agneta von Barkow wird fest­ge­nom­men und ver­hört, aber auf­grund ihrer Schwan­ger­schaft wieder ent­lassen. Un­mittel­bar nach der Ge­burt ihrer Tochter er­geht im Juni 1944 die Anklage gegen Agneta von Barkow. Am 11. Sep­tember 1944 ver­ur­teilt sie das Kammer­gericht Berlin wegen „Wehr­kraft­zer­set­zung“ zu einer Strafe von drei­ein­halb Jahren Zucht­haus.

Im April 1945 durch amerika­nische Trup­pen befreit, lässt sich Agneta von Barkow in Eich­walde bei Berlin nieder. Sie trennt sich von ihrem Mann und arbeitet als Handels­lehrerin.

Agneta von Barkow stirbt 1981 in Eichwalde.

Porträt von Agneta von Barkow: Eine etwa 30-jährige Frau mit dunklen, seitlich gescheitelten, lockigen Haaren, die ihr knapp über die Ohren reichen. Sie trägt ein gestreiftes Halstuch und lächelt in die Kamera.

Agneta von Barkow 

Weiterführendes

Martina Voigt: Einig gegen die Trägheit der Herzen. Das Hilfsnetzwerk um Elisabeth Abegg zur Rettung jüdischer Verfolgter im Nationalsozialismus, Berlin 2022