zu den Biografien

Lisa Albrecht

geb. Hartjen

27. Mai 1896, Hamburg – 16. Mai 1958, Berlin

Lisa Hart­jen ist das äl­tes­te von acht Kin­dern und wächst in einer bür­ger­lichen Ham­bur­ger Familie auf. Gegen den Willen ihrer Eltern tritt sie mit 15 Jah­ren in die Sozia­lis­ti­schen Ar­bei­ter­ju­gend (SAJ) ein, 1914 wird sie Mit­glied der SPD.

1919 heira­tet Lisa Hart­jen August Albrecht, der eben­falls in der SPD aktiv ist. Sie lässt sich in Berlin zur Sport­leh­re­rin aus­bil­den und unter­richtet Fabrik­ar­bei­te­rin­nen. Von 1928 bis 1932 arbei­tet sie haupt­be­ruf­lich als Sekre­tä­rin für die SPD in Bran­den­burg und en­ga­giert sich gegen die stär­ker wer­den­de na­tio­nal­so­zia­lis­tische Be­we­gung.

Kurz nach der Macht­über­nah­me im Januar 1933 wird Lisa Albrecht mehr­fach von der Gesta­po fest­ge­nom­men und miss­han­delt. Mehrere Monate muss sie in „Schutz­haft“ ver­brin­gen. Wieder in Freiheit, leistet sie gemein­sam mit ihrem Mann weiter­hin Wider­stand. Das Paar betreibt eine Buch­hand­lung in Berlin-Wil­mers­dorf, die als heim­licher Treff­punkt für poli­ti­sche Geg­ner dient. Als ihre Woh­nung und der Laden bei einem Bom­ben­an­griff zer­stört werden, ziehen Lisa und August Albrecht ins bayeri­sche Mit­ten­wald um. 

Nach Kriegs­ende ar­bei­tet sie zu­nächst für die US-ame­ri­ka­nische Mili­tär­ver­wal­tung. Lisa Albrecht wird Bürger­meisterin von Mitten­wald und ist am Wie­der­auf­bau der SPD in Bayern be­tei­ligt. Von 1949 an sitzt sie für die SPD im ersten Deut­schen Bundes­tag. Zu ihren Schwer­punkt­themen ge­hören die Frauen­poli­tik und der Anti­mili­taris­mus. 

Lisa Albrecht setzt sich bereits in den 1950er Jahren für eine ökonomische Gleich­stellung von Frauen und Männern ein. 1956 stimmt sie gemein­sam mit anderen Mit­glie­dern der SPD-Frak­tion im Bundes­tag gegen die Re­militarisierung der Bundes­republik.

Lisa Albrecht