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Biografie

Anna Zerr

23. Juli 1908, Offenbach am Main – 9. März 1991, Groß-Gerau

Porträt von Anna Zerr. Sie hat ein rundes Gesicht und kurze, dunkle, gescheitelte Haare. Sie schaut direkt in die Kamera.

Anna Zerr, die Anni genannt wird, wächst in schwierigen famili­ären Ver­hält­nis­sen auf. Sie be­endet die Schule und arbeitet als Dienst­mädchen. 1926 schließt sich Anna Zerr den Natur­freunden und der anarchis­tischen Freien Arbeiter-Union Deutsch­lands (FAUD) an. Dort lernt sie ihren Lebens­gefährten Georg Hepp kennen. 

Anna Zerr enga­giert sich in den folgen­den Jahren aktiv bei der FAUD im Rhein-Main-Gebiet. Anfang der 1930er Jahre arbeitet sie als Haus­mädchen bei einer natio­nal­sozia­listisch ein­ge­stellten Familie in Frankfurt. Nach einer Aus­einander­setzung wird sie 1933 entlassen. Das Arbeits­amt ver­mittelt Anna Zerr als Dienst­mädchen in die Nieder­lande. Zun­ächst arbeitet sie in Den Haag und wechselt 1934 nach Amsterdam in den Haus­halt des Anarchisten Albert de Jong. Das von ihm be­trie­bene anti­mili­taris­tische Büro ist ein Anl­auf­punkt für Emi­gran­tinnen und Emi­gran­ten. Anna Zerr über­prüft dort neben ihrer Arbeit als Haus­ange­stellte in Ge­sprächen die Glaub­würdig­keit der Neu­an­kömmlinge.

Im Dezember 1934 besucht Anna Zerr ihren Ver­lobten Georg Hepp im Oden­wald. Wenige Tage nach Weih­nach­ten werden beide fest­genom­men. In einem ge­mein­samen Prozess mit anderen FAUD-Mitgliedern wird Anna Zerr vom „Volks­gerichts­hof“ im August 1936 wegen „Vor­berei­tung zum Hochv­errat“ zu zwei Jahren Zucht­haus ver­urteilt. Nach dem Ende der Haft­zeit wird Anna Zerr nicht frei­gelassen, sondern bis Juni 1938 in den Konzen­trations­lagern Moringen und Lichtenburg fest­gehalten.

Nach ihrer Frei­lassung heiratet sie am 5. Juli 1941 Georg Hepp, die Tochter Ilse wird am 10. Mai 1942 ge­boren. 

Anna Hepp leidet Zeit ihres Lebens an den Haft­folgen. Sie stirbt 1991 in Groß-Gerau.

Porträt von Anna Zerr. Sie hat ein rundes Gesicht und kurze, dunkle, gescheitelte Haare. Sie schaut direkt in die Kamera.

Anna Zerr