zu den Biografien

Alice Zadek

geb. Kronheim

28. März 1921, Berlin – 14. April 2005, Berlin

In eine Ar­beiter­familie ge­boren, ab­sol­viert Alice Kronheim nach dem Be­such der Volks- und Ober­schule eine kauf­män­nische Leh­re und ar­bei­tet an­schließend als Außen­handels­kauf­frau. Da ihr Vater jü­disch ist und ihre evan­gelisch ge­tauf­te Mutter Anna Kronheim 1933 zum Juden­tum kon­ver­tiert, wächst Alice Kronheim im jü­di­schen Glau­ben auf. 

Sie en­ga­giert sich ge­mein­sam mit Georg Zadek, ihrem Jugend­freund und spä­te­ren Ehe­mann, in der links-zionis­tisch­en Bewe­gung Haschomer Hazair. Spä­ter schließen sich beide der jüdisch-kom­munistisch­en Wider­stands­gruppe um Herbert Baum an. 

Die so­genannte Reichs­pogromnacht … hat uns … als jungen Juden, die wir uns doch für ein fried­liches Deutschland später mal ein­setzen wollten, die Augen ge­öffnet über die wirkliche Gefähr­lichkeit des Fa­schis­mus.

Alice Zadek in einem Zeitzeugeninterview, 1996

Alice Kronheim und Georg Zadek emi­grieren 1939 nach Groß­britan­nien. Sie hei­raten 1940. Weiter­hin politisch aktiv, gehören sie in Groß­britannien zu den Mit­grün­dern der Freien Deutschen Jugend und sind Mit­glied der kom­munisti­schen Par­tei. 

1947 kehrt das Paar nach Deutsch­land zurück und ent­scheidet sich nach der Tei­lung Deutsch­lands in zwei Staaten dafür, in der DDR zu leben. Sie be­kom­men drei Töchter. Alice Zadek arbeitet zunächst in einer Maß­schneider­ei. Sie wird Mit­glied der SED und über­nimmt ver­schiedene Funk­tionen in der Partei. Als „West­emigranten“ ziehen die Zadeks in den 1950er Jahren jedoch staat­liches Miss­trauen auf sich und müssen mehr­fach um­ziehen.

Alice Zadek kann einige Jahre später an der Partei­hoch­schule „Karl Marx“ studieren und schließt 1964 ihr Studium mit dem Diplom als Gesell­schafts­wissen­schaft­lerin ab. In den 1980er Jah­ren treten Alice Zadek und ihr Mann, die ihren jüdischen Glau­ben in der DDR lange nicht ak­tiv ausleben, wieder in die jü­dische Ge­mein­de ein.

Alice Zadek