Martha Lüdemann besucht in ihrer Geburtsstadt Hamburg zunächst die Volks- und dann die Handelsschule. Nach Beendigung ihrer kaufmännischen Ausbildung arbeitet sie für verschiedene Firmen in der Buchhaltung. Für den „Bund der Freunde der Sowjet-Union“ ist sie tätig, bis sie die Stelle aufgrund von Tuberkulose aufgeben muss. Ihre Kontakte zum „Bund“ bleiben jedoch bestehen, da ihr Ehemann Herbert Wöhrlin, mit dem sie seit 1924 verheiratet ist, seine Tätigkeit dort fortführt.
1932 ermöglicht der „Bund“ der ehemaligen Angestellten Martha Wöhrlin eine Erholungsreise nach Sotschi in die Sowjetunion. 1933 besucht sie befreundete Kommunisten im schwedischen Göteburg. Die beiden Reisen dienen neben der Erholung auch dem Austausch mit politisch Gleichgesinnten.
Von 1934 an beteiligt sich Martha Wöhrlin gemeinsam mit ihrem Mann an der Verteilung kommunistischer Schriften. Diese erhalten sie von Julius Grönwold, dem Steward eines Dampfschiffes, das zwischen England und Deutschland verkehrt.
Am 27. Oktober 1936 werden Martha und Herbert Wöhrlin festgenommen und gemeinsam mit Grönwold und Anderen wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ vor dem „Volksgerichtshof“ angeklagt. Neben der Einfuhr von verbotenen Schriften nach Deutschland wird dem Ehepaar vorgeworfen, den Moskauer Radiosender gehört zu haben. Am 9. Februar 1938 wird die chronisch kranke Martha Wöhrlin nach fast 17 Monaten Untersuchungshaft freigesprochen. Durch die Haftzeit ist ihr Gesundheitszustand nachhaltig verschlechtert.
1948 zieht das Ehepaar von Hamburg nach Ost-Berlin. Herbert Wöhrlin geht 1952 zurück nach Hamburg, die Ehe wird geschieden. Martha Wöhrlin stirbt am 2. Juni 1963 in Ost-Berlin.



