zu den Biografien

Susanne Witte

3. April 1905, Berlin – 27. Januar 2005, Berlin

Susanne Witte arbeitet als Jugend­fürsorgerin bei der Stadt Berlin. Bereits während ihrer Aus­bildung lernt sie Ruth Casper kennen, die aus einer jüdischen Familie stammt und zum Katholizismus konvertiert ist. Ruth wohnt bei ihrer Mutter, der Kammer­sängerin Regina Kirschbaum. Im Juni 1942 wird Ruth Casper deportiert. Vorher verspricht Witte ihrer Freundin, sich im Notfall um deren Mutter zu kümmern.

Susanne Witte wohnt in der Nähe des Güter­bahnhofs Putlitzstraße in Moabit. Sie beobachtet, wie immer häufiger Jüdinnen und Juden vom Sammel­lager zum Bahnhof gebracht werden. Als sie erfährt, dass Regina Kirschbaum in einer Zwangs­wohnung für Jüdinnen und Juden lebt, besucht Witte sie dort und hilft ihr mit Lebens­notwendigem. 

Im September 1942 gelingt es Regina Kirschbaum, sich während einer Razzia im Keller zu verstecken. Hilfe­suchend wendet sie sich an Susanne Witte. Witte versteckt Kirsch­baum mit kurzen Unter­brechungen bis Kriegsende in ihrer Wohnung. Unterstützt wird die katholische Helferin von Mitgliedern ihrer Gemeinde in Moabit. 

Susanne Witte wird 1982 für ihre Hilfe mit dem Bundes­verdienst­kreuz aus­ge­zeichnet. 1998 wird sie von Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ anerkannt.

Susanne Witte