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Biografie

Frida Winckelmann

3. Juli 1873, Berlin – 4. November 1943, Berlin

Die etwa 60-jährige Frida Winckelmann sitzt über ein Blatt Papier gebeugt. Sie hat dunkles, lockiges Haar, das sie im Nacken zu einem Knoten gebunden hat. Sie schaut konzentriert.

1873 in eine bürger­liche Berliner Familie ge­boren, wird Frida Winckelmanns Aus­bildung früh von ihren Eltern gefördert. Ab 1901 Lehrerin an verschiedenen Schulen, gründet und leitet sie ab 1912 eine reform­pädagogische Erziehungs­anstalt in Birkenwerder. 

Frida Winckelmann tritt vor dem Ersten Welt­krieg der SPD bei und wird 1917 Mitglied der USPD. Nach der Gründung der KPD im Jahr 1918 wechselt sie in die kommunis­tische Partei. 

1922 wird ihre Schule ge­schlossen. Frida Winckelmann, die 1923 nach Thüringen zieht, wird in den Land­tag gewählt, dem sie ab 1927 für die KPD ange­hört. 1929 wegen politischer Un­stimmig­keiten aus der Partei aus­geschlossen, tritt sie in die KPO ein, eine Abspaltung der KPD. Sie zieht nach Birken­werder zurück und wird 1932 Mitglied der Sozialistischen Arbeiter­partei Deutsch­lands (SAP).

Nach der Macht­über­nahme durch die National­sozialisten bleibt Frida Winckelmann für die sozialis­tische Bewegung aktiv und wird deshalb am 20. September 1933 in ihrem Haus in Birken­werder fest­genommen. Zunächst im Berliner Frauen­gefängnis in der Barnimstraße inhaf­tiert, wird sie im November 1933 in das Frauen-KZ Moringen über­führt. Die Pädagogin unter­richtet dort in den sechs Monaten ihrer „Schutzhaft“ heimlich ihre Mit­häftlinge. 

Da ihr Haus inzwischen ent­eignet worden ist, zieht Frida Winckelmann nach ihrer Frei­lassung in die Hufeisen­siedlung in Berlin-Britz. Dort wohnen auch ihre ehe­malige Schülerin Eleonore Rosenthal und deren Tochter Elisabeth. Gemeinsam mit anderen Helferinnen und Helfern unter­stützt sie in den folgenden Jahren die beiden und andere als Jüdinnen und Juden Verfolgte in der Siedlung. Frida Winckelmann stirbt 1943. 

Seit 2022 erinnert ein Stolper­stein vor ihrem letzten Wohnort in der Berliner Hufeisen­siedlung an sie.

Die etwa 60-jährige Frida Winckelmann sitzt über ein Blatt Papier gebeugt. Sie hat dunkles, lockiges Haar, das sie im Nacken zu einem Knoten gebunden hat. Sie schaut konzentriert.

Frida Winckelmann 

Personen

Weiterführendes

Heike Stange: Zwischen Eigensinn und Solidarität. Frida Winckelmann (1873-1943), in: Mario Hesselbarth/Eberhart Schulz/Manfred Weißbecker (Hg.): Gelebte Ideen. Sozialisten in Thüringen. Biographische Skizzen, Jena 2006

Jürgen Schulte/Jens Saurin/Elisa Zenck: Erinnerung an die antifaschistische Pädagogin und sozialistische Widerstandskämpferin Frida Winckelmann (hg. von „Hufeisern gegen Rechts“), Berlin 2022

Biografie von Frida Winckelmann auf der Website von Frauenorte Brandenburg