Herta Matthias wird 1914 in Loitsche geboren. Nach dem Besuch der Volks- und Handelsschule ist sie bis zu ihrer Heirat im Jahr 1937 mit dem Lageristen Kurt Warmbier als Arbeiterin in einer Keksfabrik tätig. Sie lebt anschließend in Magdeburg. Die Ehe ist jedoch von Gewalt geprägt und Herta Warmbier beginnt zu trinken. 1940 beschließt sie, in der Nervenheilanstalt Haldensleben einen Entzug durchzuführen.
Nach der Entlassung aus der Klinik arbeitet Herta Warmbier als Briefträgerin, Schaffnerin und Dreherin. Ihren Ehemann sieht sie nur bei Fronturlauben und hört mit ihm ab 1942 deutschsprachige Nachrichten englischer und russischer Sender. Inspiriert durch die Meldungen fertigt Herta Warmbier elf handschriftliche Zettel mit der im Radio gehörten Parole „Nieder mit dem Bluthund Hitler!“ an, versteckt sie und bereitet eine größere Menge weiterer Flugzettel vor.
Im August 1943 geschieden, wird Herta Warmbier zwei Monate darauf durch Denunziation ihres ehemaligen Ehemannes festgenommen und wenig später wegen beider Taten – dem Radiohören verbotener Sender und dem Anfertigen gegen das Regime gerichteter Flugzettel – angeklagt. Im Verfahren wegen „kommunistischen Hochverrats“ vor dem „Volksgerichtshof“ wird Herta Warmbier im April 1944 aus Mangeln an Beweisen freigesprochen: Das Gericht nimmt an, sie habe lediglich aus Angst und unter dem Einfluss ihres gewalttätigen Ehemanns die Zettel angefertigt. Eine eigenständige politische Position wird Herta Warmbier nicht zugetraut. Als alternative Strafe schlägt der „Volksgerichtshof“ jedoch vor, Herta Warmbier „als Trägerin einer schlechten Erbmasse“ zur Sterilisation zu zwingen.
Sie stirbt am 9. Dezember 1990 in Magdeburg.







