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Biografie

Herta Warmbier

geb. Matthias

6. Juli 1914, Loitsche – 9. Dezember 1990, Magdeburg

Portrait: Herta Warmbier

Herta Matthias wird 1914 in Loitsche geboren. Nach dem Besuch der Volks- und Handels­schule ist sie bis zu ihrer Heirat im Jahr 1937 mit dem Lageristen Kurt Warmbier als Arbeiterin in einer Keks­fabrik tätig. Sie lebt an­schließend in Magde­burg. Die Ehe ist jedoch von Gewalt geprägt und Herta Warmbier beginnt zu trinken. 1940 beschließt sie, in der Nerven­heil­anstalt Haldens­leben einen Entzug durchzu­führen. 

Nach der Ent­lassung aus der Klinik arbeitet Herta Warmbier als Brief­trägerin, Schaffnerin und Dreherin. Ihren Ehemann sieht sie nur bei Front­urlauben und hört mit ihm ab 1942 deutsch­sprachige Nach­richten englischer und russischer Sender. Inspiriert durch die Meldungen fertigt Herta Warmbier elf hand­schriftliche Zettel mit der im Radio gehörten Parole „Nieder mit dem Blut­hund Hitler!“ an, versteckt sie und bereitet eine größere Menge weiterer Flug­zettel vor.

Im August 1943 geschieden, wird Herta Warmbier zwei Monate darauf durch Denun­ziation ihres ehe­maligen Ehe­mannes fest­genommen und wenig später wegen beider Taten – dem Radiohören verbo­tener Sender und dem An­fertigen gegen das Regime gerichteter Flug­zettel – angeklagt. Im Verfahren wegen „kommunis­tischen Hoch­verrats“ vor dem „Volks­gerichtshof“ wird Herta Warmbier im April 1944 aus Mangeln an Beweisen frei­gesprochen: Das Gericht nimmt an, sie habe ledig­lich aus Angst und unter dem Einfluss ihres gewalttätigen Ehe­manns die Zettel an­gefertigt. Eine eigen­ständige poli­tische Position wird Herta Warmbier nicht zu­getraut. Als alter­native Strafe schlägt der „Volks­gerichtshof“ jedoch vor, Herta Warmbier „als Trägerin einer schlechten Erb­masse“ zur Sterili­sation zu zwingen.

Sie stirbt am 9. Dezember 1990 in Magde­burg.

Portrait: Herta Warmbier

Herta Warmbier