zu den Biografien

Henriette Wagner

geb. Becker

25. Dezember 1883, Saabrücken – 24. Februar 1943, Stuttgart

Henriette Becker wird 1883 in eine Arbeiter­familie hinein­geboren. Nach Be­endi­gung der Volks­schule arbeitet sie als Haus­an­ge­stellte. Ab 1907 mit dem Schneider Karl Wagner ver­heiratet, zieht sie 1913 zu­sam­men mit ihrem Mann zu­nächst ins loth­ringische Metz, 1919 dann nach Mann­heim. Das Paar hat zwei Kinder. 

In Mannheim wird Henriette Wagner Mit­glied der KPD. Von 1922 bis 1933 ge­hört sie für die KPD der Mann­heimer Stadt­ver­ord­neten­ver­samm­lung an. Nach der Macht­über­nahme durch die National­sozialisten steht sie als be­kannte Kommunistin unter ständiger poli­zeilicher Beo­bach­tung. Als sie 1937 bei der Gestapo ange­zeigt wird, er­mittelt diese gegen Henriette Wagner wegen des Ab­kassierens von Bei­trägen für die Rote Hilfe. Mangels konkreter Be­weise muss das Ver­fahren jedoch einge­stellt werden.

Henriette Wagner ist weiter­hin im Wider­stand aktiv. Sie gibt kommu­nistische Schriften wie die Zeitung „Der Vorbote“ weiter und unter­stützt damit die Arbeit der in der Region größten kommu­nistischen Widerstands­gruppe um Georg Lechleiter. 

Als sich die Er­mittlungen gegen die Gruppe aus­weiten, wird Henriette Wagner im Februar 1942 fest­ge­nom­men und am 22. Oktober 1942 vom „Volks­gerichts­hof“ wegen Ver­brei­tung staats­feindlicher Schriften“ zum Tode ver­urteilt. Vier Monate später wird sie gemein­sam mit vier weiteren Mit­glieder der Gruppe am 24. Februar 1943 im Licht­hof des Land­gerichts Stuttgart ermordet.

Seit 2007 erinnert in Mannheim ein Stolper­stein an sie. 

Henriette Wagner