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Biografie

Margarete von Trotha

geb. Bartelt

12. Mai 1907, Wilhelmshaven – 25. Juli 1995, Hamburg

Porträt der 27-jährigen Margarete von Trotha. Sie hat ihr dunkles Haar nach oben gekämmt und blickt mit ernster Miene an der Kamera vorbei. Ihr linkes Auge schielt leicht.

Margarete Bartelt wächst als Tochter des Wilhelmshavener Ober­bürger­meisters Emil Bartelt und seiner Frau Dorothea auf. Da sie ihren Vater nicht von der Überzeugung ab­bringen kann, das Abitur sei „für Mädchen zu an­strengend“, muss sie ihre Schul­aus­bil­dung zunächst mit der mittleren Reife beenden. Dann lässt sie sich am Sozialpädagogischen Seminar des Vereins Jugend­heim zur Er­zie­he­rin ausbilden. 

Im Rahmen einer An­stel­lung beim Professor für Jugend­wohl­fahrt und Sozial­ethik an der Berliner Universität, Friedrich Siegmund-Schultze, ana­ly­sie­rt Margarete Bartelt das Ver­hältnis von Ar­bei­terinnen und Ar­bei­tern zur Kirche. Im Anschluss holt sie das Abitur an der Cäcilien­schule in Olden­burg nach und schließt ihr darauf­folgendes Studium der Diplom-Volks­wirt­schaft mit der Promotion ab. An der Universität in Frankfurt am Main lernt sie Carl-Dietrich von Trotha kennen, den sie 1933 heiratet. Aus der Ehe gehen vier Söhne hervor. 

Margarete von Trotha ist nach der na­tio­nal­so­zia­lis­tischen Macht­über­nahme zu­sam­men mit ihrem Mann in der Wider­stands­gruppe Kreisauer Kreis aktiv. Die Gruppe trifft sich heim­lich, um Ge­sell­schafts­ent­würfe für die Zeit nach dem Ende des NS-Regimes zu er­stel­len. Anders als andere „Kreisauer“ Ehe­frauen ist Margarete von Trotha nicht nur Mit­wisserin, sondern beteiligt sich aktiv an den Dis­kussionen und wirkt am Inhalt der Kreisauer Denk­schriften mit. In der Woh­nung der Trothas in Berlin-Lichter­felde finden Treffen der Arbeits­gruppe des Kreisauer Kreises statt, die sich mit Wirt­schafts­fragen beschäftigt. Zusammen mit ihrem Mann Carl Dietrich von Trotha und dem ge­mein­samen Freund Horst von Einsiedel er­ar­bei­tet Margarete von Trotha wirt­schafts­po­li­tische Kon­zep­te. 

Im Gegen­satz zu vielen ihrer Mit­streiter werden Margarete und Carl Dietrich von Trotha 1944 nicht ver­haf­tet und erleben das Ende des NS-Regimes in Frei­heit.

Porträt der 27-jährigen Margarete von Trotha. Sie hat ihr dunkles Haar nach oben gekämmt und blickt mit ernster Miene an der Kamera vorbei. Ihr linkes Auge schielt leicht.

Margarete von Trotha 

Weiterführendes

Klaus von Trotha: Carl Dietrich und Margarethe von Trotha. Kreisau und der Kreisauer Kreis, Göttingen 2012