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Biografie

Liselotte Thumser-Weil

geb. Schäffner

20. November 1917, Schwäbisch Gmünd – 17. Juni 1995, Frankfurt am Main

Ein Ölgemälde mit dem Porträt von Liselotte Thumser-Weil. Es zeigt eine alte, hagere Frau mit kurzem lockigen Haar. An ihrer weißen Bluse trägt sie einen Anstecker mit der Aufschrift "Nie wieder" sowie ein umgedrehtes Dreieck mit der Aufschrift "LG Ravensbrück".

Liselotte (Lieselotte) Schäffner wird 1917 in Schwäbisch Gmünd geboren. Ihr Vater ist im Ersten Weltkrieg Offizier und arbeitet nach Rück­kehr aus der Kriegs­gefangen­schaft bei der Post. Die Mutter stirbt, als Liselotte Schäffner drei Jahre alt ist. Der Vater, der 1926 in die NSDAP und in die SA eintritt, pflegt einen autoritären Erziehungs­stil. Sie widersetzt sich ihm zunehmend und zieht 1935 für eine Aus­bildung zur Kranken­schwester beim Roten Kreuz nach Berlin.

Da Liselotte Schäffner sich als Christin weigert, der NSDAP beizutreten, wird ihr 1937 das Staats­examen versagt. Sie arbeitet daraufhin in einem adeligen Haus­halt, bis sie 1940 dienst­ver­pflichtet wird: Als Kranken­schwester soll sie in einem kirchlichen Heim für Kinder mit Behinderung arbeiten. Sie erlebt dort, wie im Rahmen der national­sozialistischen „Rassenhygiene“ Kinder ermordet werden. Als sie sich offen dagegen aus­spricht, wird sie von Angehörigen der Kirche denunziert und fest­genommen. 

Zur Strafe wird Liselotte Schäffner 1943 als Kranken­schwester an die Front versetzt. In der Zwischen­zeit gewährt sie Freunden, die aus dem KZ Dachau geflohen sind, in ihrem Wochenend­haus Unter­kunft. Während der Weihnachts­feiertage wird sie in Schwäbisch Gmünd fest­genommen – vermutlich von Familienangehörigen angezeigt. Sie wird zunächst nach Linz über­stellt und dann über weitere Haft­stätten in das Frauen-KZ Ravensbrück. In der dortigen SS-Schneiderei zur Arbeit ge­zwungen, wird sie so schwer geschlagen, dass sie später einen künst­lichen Kiefer bekommen muss. Während des Todes­marsches im April 1945 gelingt Liselotte Schäffner die Flucht.

1984 redet sie das erste Mal über die Zeit ihrer KZ-Haft. In den folgenden Jahren arbeitet sie aktiv in der Lager­gemeinschaft der ehemaligen Ravensbrücker Häftlinge mit und spricht regel­mäßig in Schulen und bei Veranstaltungen.

Im Juni 1995 stirbt Liselotte Thumser-Weil in Frankfurt am Main.

Ein Ölgemälde mit dem Porträt von Liselotte Thumser-Weil. Es zeigt eine alte, hagere Frau mit kurzem lockigen Haar. An ihrer weißen Bluse trägt sie einen Anstecker mit der Aufschrift "Nie wieder" sowie ein umgedrehtes Dreieck mit der Aufschrift "LG Ravensbrück".

Liselotte Thumser-Weil