zu den Biografien

Marianne Strauß

7. Juni 1923, Essen – 22. Dezember 1996, Liverpool

Marianne Strauß wohnt mit ihren El­tern Regina und Sieg­fried und ihrem jün­ge­ren Bruder Richard in Essen. Ihr Ver­lobter Ernst Krombach wird am 22. April 1942 mit seinen El­tern in das Ghetto Izbica im be­setzten Polen deportiert. Im August 1943 wird auch die Familie Strauß in ihrem Haus von der Gestapo fest­genom­men. Regina, Siegfried und Richard Strauß wer­den nach Theresien­stadt de­por­tiert und später im Ver­nich­tungs­lager Auschwitz-Birke­nau er­mor­det. Der 20-jährigen Marianne ge­lingt in einem un­be­ob­ach­teten Mo­ment die Flucht und sie taucht un­ter.

Zu­nächst wird Marianne Strauß von Sonja Schreiber auf­ge­nom­men, die Mit­gründerin der Essener Ver­einigung „Bund. Gemeinschaft für sozialistisches Leben“ ist. In den fol­gen­den Mona­ten kann sie sich bei wei­te­ren Bund-Mit­glie­dern in ver­schie­den­en Städten für je­weils zwei bis drei Wo­chen ver­stecken. Auch von Frauen aus ihr­em Be­kann­ten­kreis wird Strauß für kur­ze Zeit auf­ge­nom­men.

In den zwan­zig Mona­ten ihrer „Illegalität“ wechselt Marianne Strauß etwa dreißig Mal das Ver­steck. Erst der Ein­marsch der US-Armee in Düssel­dorf be­freit sie am 17. April 1945 aus die­ser Si­tua­tion. Sie emi­griert nach Groß­britannien und hei­ratet den britisch-jü­di­schen Offi­zier Basil Ellenbogen.

Marianne Strauß