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Minna Specht

22. Dezember 1879, Reinbek – 3. Februar 1961, Bremen

Minna Specht wächst als das jüng­ste von sie­ben Kin­dern im Schloss Reinbek auf, ihre Eltern be­trei­ben dort ein Hotel. Sie ar­bei­tet nach der Schule als Leh­re­rin. Zu­sätz­lich ab­sol­viert sie zwei Stu­dien­gänge der Geo­gra­phie, Ge­schich­te, Geo­logie, Philo­so­phie und Mathe­matik. Wäh­rend des Stu­diums lernt sie den Philo­sophen Leonard Nelson kennen.

1917/18 grün­det Minna Specht mit Leonard Nelson den Inter­natio­na­len Jugend­bund (IJB), der als neue Er­ziehungs­gemein­schaft auf lebens­refor­me­ri­scher Grund­lage ge­schaf­fen wird. Sie ist Mit­glied der SPD und im Lehrer-Kampf­bund. Von 1926 an en­ga­giert sie sich im Inter­natio­nalen So­zialis­tischen Kampf­bund (ISK). Die Arbeit als Leh­rerin und ihr politi­sches En­gage­ment sind eng mit­ein­ander ver­woben. Ge­mein­sam mit Leonard Nelsen baut Minna Specht das reform­päda­gogische Land­erzie­hungs­heim Walke­mühle auf.

Als die na­tional­sozialis­tische Bewe­gung stär­ker wird, geht Minna Specht 1931 nach Berlin, um dort die Ar­beit des ISK zu unter­stützen. Ziel des ISK ist es, eine Ein­heits­front der Ar­beiter­bewe­gung aufzu­bauen. 1932 kehrt sie zur Walke­mühle zurück. Nach­dem die Schule im Früh­jahr 1933 von der SA be­setzt wird, flieht Minna Specht mit ei­nem Teil ihrer Schüler­schaft nach Däne­mark. 1937 ent­zie­hen die National­sozialis­ten ihr die deutsche Staats­bürger­schaft. Ein Jahr spä­ter siedelt sie nach Groß­britan­ni­en über, wo sie 1940 auf der Isle of Man inter­niert wird. Wieder in Frei­heit, en­ga­giert sie sich in ver­schie­denen Or­ganisa­tio­nen deutscher Emi­grantinnen und Emi­granten und ist weiter­hin für den ISK aktiv.

Ende 1946 kehrt Minna Specht nach Deut­schland zurück und tritt in die SPD ein. Von 1946 bis 1951 leitet sie die Oden­wald­schule in Hessen, später ar­beitet Minna Specht für die UNESCO. 

Nach ih­rem Tod wer­den zwei Schulen in Frank­furt am Main und Reut­lin­gen nach Minna Specht be­nannt.

Minna Specht 

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