zu den Biografien

Margarete Sommer

21. Juli 1893, Berlin – 30. Juni 1965, Berlin

Margarete Sommer wächst in Berlin auf. Sie stu­diert Phi­lo­so­phie und Volks­wirt­schafts­lehre und ar­beitet nach ab­ge­schlossener Pro­motion als Do­zen­tin an ver­schie­den­en Ber­liner Für­sorge­schulen.

Die gläu­bige Katho­likin wei­gert sich, die national­sozialis­tische Ge­setz­ge­bung zur Zwangs­sterili­sa­tion von 1933 im Un­ter­richt zu ver­mitteln. Sie wird des­halb 1934 zur Kündigung ge­zwun­gen. In den fol­gen­den Jah­ren ist sie für das Hilfs­werk beim Bischöf­lich­en Ordina­riat Berlin tätig. Als Lei­terin des Hilfs­werks ko­or­diniert sie see­lische und ma­terielle Hilfe für Katholik­innen und Katholiken, die auf­grund ihrer jü­disch­en Her­kunft ver­folgt werden.

Wieder­holt fordert sie die Kirchen­obrig­keit zum Pro­test gegen die Ver­fol­gung von Jü­din­nen und Juden auf. 

Nach all den geheimen Mitteilungen, die wir inzwischen erhalten hatten, wußten wir, daß die meisten unserer armen katholischen Juden in ihren Tod gingen, sofern sie in ein Ghetto gezwungen wurden.

Margarete Sommer in einem Bericht über ihre Hilfeleistungen im Nationalsozialismus, 1946

Zu diesem Zweck sam­melt sie ab 1941 In­for­mationen über De­por­tation­en und fer­tigt Be­rich­te über die Er­mor­dungen in Ghettos und Lagern an. Einer der Be­rich­te gelangt sogar bis in den Vati­kan. Der von ihr er­hoffte öffent­liche Pro­test der katho­lisch­en Kir­che bleibt je­doch aus.

Nach Kriegs­ende setzt sie ihre Ar­beit in der katho­lischen Kirche fort und leis­tet Unter­stützung für NS-Opfer. Für ihre Hilfen im National­sozialis­mus wird sie nach ihrem Tod mehr­fach geehrt.

Margarete Sommer