zu den Biografien

Adele Schreiber-Krieger

geb. Schreiber

29. April 1872, Wien – 18. Februar 1957, Herrliberg

Adele Schreiber wächst in der Steier­mark als Tochter des Kur­arz­tes Josef Schreiber und der Pub­lizis­tin Clara Schreiber auf. Ihre Fami­lie ist jü­disch­er Her­kunft, kon­ver­tiert jedoch zum Katho­lizis­mus. Sie besucht Pen­sio­nate in Paris und Stutt­gart. Ihr Wunsch, an­schließend Medi­zin zu stu­die­ren, wird von den Eltern ab­ge­lehnt. Ab 1898 lebt Adele Schreiber in Berlin, wo sie eine Ver­siche­rungs­gesell­schaft für Frauen auf­baut. 

Sie en­ga­giert sich in der Frauen­bewegung und wird zu einer inter­national an­erkann­ten Strei­terin für das Frauen­wahl­recht und für die Rechte von Müttern und Kin­dern. 1909 hei­ratet sie den Arzt Richard Krieger. Sie ist Mit­glied der SPD und vertritt ihre Par­tei im Reichs­tag. Seit Ende der 1920er Jahre kämpft sie gegen das Er­stark­en der National­sozia­listen. 

Als aktive Sozial­demo­kratin muss Adele Schreiber-Krieger im März 1933 vor dro­hen­der Ver­fol­gung aus Deutsch­land in die Schweiz fliehen. Im Herbst 1939 werden sie und ihr Mann auf einer Reise in Groß­bri­tan­nien vom Aus­bruch des Zwei­ten Welt­krieges über­rascht und blei­ben in Lon­don. Adele Schreiber-Krieger en­ga­giert sich auch im Exil gegen das national­sozia­lis­tische Re­gime. Sie ge­hört der Freien Deutschen Bewe­gung in Groß­bri­tannien (FDBG) an, eine Initiative, die im Herbst 1943 von Emi­gran­tin­nen und Emi­gran­ten ge­grün­det wird. Dort ist sie als Red­nerin aktiv und knüpft enge Kon­takte zur bri­tischen Frauen­bewegung. 

Nach Kriegs­ende bleibt Adele Schreiber-Krieger zu­nächst in Groß­bri­tannien und hält Schu­lun­gen in den Lagern für deutsche Kriegs­gefan­gene ab. 1946 zieht sie in die Schweiz, wo sie bis zu ih­rem Tod im Jahr 1957 lebt. 

Seit 1995 er­in­nert an ihrem ehe­maligen Wohn­haus in Berlin Char­lotten­burg-Wilmers­dorf eine Gedenk­platte an Adele Schreiber-Krieger. 2005 wird in Berlin-Mitte eine Straße nach ihr be­nannt. 

Adele Schreiber-Krieger