zu den Biografien

Amanda Schild

geb. Schäfer

17. Dezember 1910, Mannheim – 26. Juli 1980, Mannheim

Amanda Schäfer wird 1910 in Mannheim-Feuden­heim ge­boren. Sie wächst in ein­fachen Ver­hält­nissen auf und erlernt den Beruf einer Konto­ristin und Steno­typistin. Amanda Schäfer be­geistert sich früh für kommunistische und anarchistische Ideen. 

1932 heiratet sie den Anarchisten Karl Schild. Er gehört seit 1928 der syndi­kalis­tischen Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) an. 1933 wird Karl Schild das erste Mal verhaftet. Auf­grund ihrer bei den Behörden bekannten politischen Ein­stellung findet Amanda Schild ab diesem Zeit­punkt keine Anstellung mehr. 

Im Herbst 1933 nehmen Amanda und Karl Schild an einem ge­heimen Treffen von Anarchist­innen und Anarchisten in der süd­hessischen Berg­straße im Schloss Auerbach teil. In den ober­halb von Bensheim-Auerbach gele­ge­nen Ruinen treffen sie sich mit Gleich­gesinnten aus ganz Hessen, um organi­sato­rische Fragen der illegalen Arbeit zu klären. 

1934 wirkt der Mechaniker Karl Schild an der Her­stell­ung der an­archis­tischen Zeit­ung „Das Fanal“ mit. In der Zeit­ung werden poli­tische Themen der Zeit an­ge­spro­chen und über die Ver­folg­ung von be­richtet. Amanda Schild ist für die Ver­teil­ung der Zeit­ung im Raum Mann­heim zu­ständig.

1935 wird sie in Mann­heim in „Schutzhaft“ ge­nom­men und im dortigen Polizei­gefängnis ein­ge­sperrt. Auch ihr Mann kommt in Haft und wird 1936 vom „Volks­gerichts­hof“ wegen seiner Wider­stands­handl­ungen zu einer Haft­strafe von vier Jahren und sechs Monaten Zucht­haus verurteilt. Beide bleiben auch nach der Ent­lassung unter Polizei­be­ob­acht­ung.

Nach Kriegs­ende en­ga­giert sich Amanda Schild in der Föderation Frei­heitlicher Sozialisten (FFS), einer 1947 neu ge­gründeten anarchis­tischen Orga­nisation. 

Amanda Schild