zu den Biografien

Berta Schäfer

geb. Klose

17. März 1902, Essen – 26. September 1977, Berlin

Berta Klose ist nach dem Besuch der Mittel­schule und einer ein­jährigen Wirtschafts­lehre als Tele­fo­nis­tin tätig. 1929 heiratet sie den Kom­munis­ten Wilhelm Schäfer, mit dem sie zwei Söhne be­kommt. 1932 wird sie in Detmold Mit­glied der KPD. 

Nach der national­sozialis­tischen Macht­über­nahme wird ihr Mann aus politischen Grün­den aus dem lippischen Staats­dienst ent­lassen. Berta Schäfer beteiligt sich an der Ver­brei­tung von Flug­blättern der nun ver­bo­ten­en KPD und unter­stützt politisch Ver­folg­te und deren Familien. Bereits 1933 wird sie erst­mals in „Schutz­haft” ge­nommen und im Land­gerichts­gefängnis Detmold in­haf­tiert. 

Am 10. August 1934 wird Berta Schäfer kurz nach der Ge­burt ihres zwei­ten Kindes erneut fest­genommen und im April 1935 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” vom Ober­landes­gericht Hamm zu einem Jahr und vier Mona­ten Ge­fäng­nis ver­urteilt. 

Auch nach ihrer Haft­ent­lassung steht sie unter Be­ob­ach­tung der Gestapo und hat unter beruflichen Re­pression­en zu leiden. Berta Schäfer, die inzwischen mit ihrem Ehe­mann und ihren zwei Söhnen im nieder­sächsischen Verden lebt, hört nach Kriegs­beginn regel­mäßig aus­ländische Sender ab und gibt die Infor­ma­tionen beim Ein­kaufen und auf der Ar­beit an andere Frauen im Ort weiter. Sie will damit das Nach­richten­monopol der National­sozialisten durch­brechen und über den tat­säch­lichen Ver­lauf des Krieges auf­klären.

Am 19. Januar 1943 wird Berta Schäfer vom Sonder­gericht Hannover wegen „Rund­funk­ver­brechen” zu fünf Jahren Zucht­haus verurteilt. Ende März 1945 kann sie aus einem Außen­kommando des Zucht­hauses Lübeck-Lauerhof fliehen und sich bis zum Kriegs­ende ver­stecken. 

1946 ge­hört Berta Schäfer für die KPD dem neu er­nannten ersten Land­tag von Nieder­sachsen an. 

Berta Schäfer