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Clara Sahlberg

3. Juli 1890, Rixdorf – 13. April 1977, Fleisbach

Clara Sahlberg wird 1890 in Rixdorf in eine Groß­familie hin­ein geboren. Nach dem frühen Tod ihres  Vaters 1905 muss sie zum Familien­ein­kommen bei­tragen und ar­beitet als Schneid­erin. 

1909 tritt Clara Sahlberg dem Ver­ein der Heim­arbeiter­innen für Klei­der und Wäsche­konfektion bei. In dieser Or­gani­sation ar­beitet sie als Büro­kraft. 

1912 wird sie Ge­werk­schafts­se­kre­tärin beim Haupt­vor­stand des christlich-nationalen Gewerk­vereins der Heim­ar­bei­te­rinnen. 

1928 über­nimmt sie die Frauen- und Jugend­referats­leitung des Zentral­ver­bands der christ­lichen Fabrik- und Trans­port­ar­bei­ter und tritt ein Jahr später der christ­lich-konser­vativen Partei Christlich-Sozialer Volks­dienst bei.

Nach der Zer­schla­gung der Ge­werk­schaf­ten im Mai 1933 verliert Clara Sahlberg ihre Stelle und ist für länge­re Zeit arbeits­los. Sie wird als ehe­mali­ge Gewerk­schafts­funk­tio­nä­rin polizei­lich über­wacht, setzt aber ihr Engage­ment für christliche Gewerk­schafterinnen und Ge­werk­schafter fort.

Zu Kriegs­beginn 1939 zu­nächst als Hilfskraft im Arbeit­samt ein­gestellt, ge­lingt es ihr in kurzer Zeit, dort zur Ab­tei­lungs­leiterin aufzu­steigen. 

Clara Sahlberg nutzt ihre ge­ho­bene Stellung im Amt, um Jü­dinnen und Juden und an­deren Ver­folgten ge­fälsch­te Papiere aus­zustellen. Auch Jakob Kaiser, der nach dem 20. Juli 1944 von der Ge­stapo ge­sucht wird, be­schafft sie fal­sche Papiere und ver­sorgt ihn mit Lebens­mitteln. 

Nach Kriegs­ende ar­beitet Clara Sahlberg in Berlin, Trier und Mainz für die Gewerk­schaft Öffent­liche Dienste, Trans­port und Verkehr (ÖTV) und ist dort zuletzt als Bezirks­sekre­tärin tätig. Sie erhält für ihr Handeln während der Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus ver­schie­den­en Ehrungen, da­runter das Bundes­ver­dienst­kreuz. 

Das Bil­dungs- und Be­gegnungs­zentrum der Gewerk­schaft ver.di in Berlin-Wannsee ist nach ihr be­nannt.

Clara Sahlberg