zu den Biografien

Liesbeth Rose

geb. Mense

8. November 1910, Hamburg – 2. Februar 1945, Berlin-Plötzensee

Liesbeth Mense ab­sol­viert nach dem Be­such der Volks­schu­le eine Lehre als Schnei­de­rin und ar­bei­tet an­schlie­ßend in ver­schie­de­nen Fir­men. In ihrer Frei­zeit ist sie in ei­nem Ar­beiter­sport­ver­ein aktiv. Im Ok­tober 1933 hei­ratet sie den Schrift­setzer und Kom­mu­nisten Karl Wilhelm Rose und wird 1934 Mut­ter einer Toch­ter.

Nach der Schei­dung von ihrem Mann im Jahr 1940 be­ginnt Liesbeth Rose eine Bezie­hung mit dem ehe­mali­gen KPD-Mit­glied Max Kristeller und en­ga­giert sich mit ihm im Wider­stand ge­gen das NS-Regime. Ihre Woh­nung wird zum Treff­punkt eines Freun­des­krei­ses, in dem aus­län­di­sche Sen­der ge­hört und po­li­ti­sche Fra­gen dis­ku­tiert wer­den.

Im De­zem­ber 1942 wird bei einem Tref­fen der Brief eines be­freun­de­ten Front­sol­da­ten ver­le­sen. In einem Ant­wort­schrei­ben drückt der Kreis in ver­schlüs­sel­ten For­mu­lie­run­gen die Hoff­nung auf eine bal­di­ge Nieder­lage Deutsch­lands und ein Ende des NS-Re­gimes aus. Da an dem Tref­fen ein Ge­sta­po-Spit­zel teil­nimmt, wer­den alle Teil­neh­men­den kurz darauf fest­ge­nom­men. 

Liesbeth Rose wird am 5. Januar 1945 vom „Volks­gerichtshof” wegen „Wehr­kraft­zer­set­zung, Feind­be­güns­ti­gung und Vor­be­rei­tung zum Hoch­ver­rat” zum To­de ver­urteilt. Im Urteil heißt es, Rose habe „kom­mu­nis­tische Pro­pa­gan­da ge­trie­ben und ins­be­son­dere junge Wehr­machts­an­ge­hö­ri­ge mit diesem Gift ver­seucht.”

Liesbeth Rose wird am 2. Februar 1945 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzensee er­mor­det.

Heute erin­nert in Ham­burg-Neu­all­er­möhe der Liesbeth-Rose-Stieg an sie.     

Liesbeth Rose