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Biografie

Luise Rieke

18. August 1913, Osnabrück – 5. Januar 1945, Dortmund

Erkennungsdienstliches Foto der 30-jährigen Luise Rieke. Sie hat buschiges, schwarzes Haar, das auf ihre Schultern fällt. Sie trägt eine runde Brille mit dunklen Rändern und schaut ernst frontal in die Kamera.

Luise „Lissy“ Rieke wird 1913 in eine Arbeiter­familie hin­ein­ge­bo­ren. Mit 16 Jahren schließt sie sich dem Kommunis­tischen Jugend­verband Deutsch­lands (KJVD) an.

Wie viele andere Kom­mu­nis­tin­nen und Kom­mu­nis­ten flieht Luise Rieke schon 1933 in die be­nach­bar­ten Nieder­lande, um von dort aus ihre politische Arbeit gegen die National­sozialisten fort­zusetzen. Sie verkauft Post­karten mit dem Bild von Ernst Thälmann zu­gunsten der Emigranten­hilfe und arbeitet ab 1939 eng mit den KPD-Funktionären Wilhelm Knöchel und Willi Seng zusammen. 

1941 kehrt sie nach Deutschland zurück, um dort den kommunis­tischen Wider­stand zu unter­stützen. Sie lebt bei einer Familie in Duisburg und nutzt die Wohnung als Brief­anlauf­stelle für das KPD-Netzwerk. In einem Koffer mit doppeltem Boden, der von nieder­ländischen Rhein­schiffern nach Duisburg transportiert wird, schmuggelt Luise Rieke immer wieder kommunis­tische Schriften nach Deutsch­land und gibt Flug­blätter an andere weiter. Ein Flug­blatt an die Bürger­innen und Bürger von Duisburg ver­fasst sie selbst. 

Durch regel­mäßige Besuche in ver­schiedenen Städten des Ruhr­gebiets und den Nieder­landen hält sie zu­dem die Ver­bindun­gen zwischen einzelnen Wider­stands­gruppen aufrecht. Nach der Rück­kehr von einer dieser Kurier­fahrten wird Luise Rieke am 19. Januar 1943 in Duisburg durch die Gestapo fest­genommen und in­haftiert. Sie erleidet bei den Ver­hören in Düsseldorf-Derendorf schwere Miss­handlungen und muss die Einzel­haft ertragen.

Am 17. August 1944 wird Luise Rieke vom „Volks­gerichts­hof“ in Bielefeld wegen „Hoch­verrats“ und „Wehrkraft­zersetzung“ zum Tode ver­urteilt und am 5. Januar 1945 in Dortmund er­mordet. Ihren Eltern wird ver­boten, eine Todes­anzeige für die hin­gerichtete Tochter zu ver­öffentlichen. 

Zwei Stolper­steine in Osnabrück und Duisburg erinnern heute an Luise Rieke, in Osnabrück wurde eine Straße nach ihr benannt.

Erkennungsdienstliches Foto der 30-jährigen Luise Rieke. Sie hat buschiges, schwarzes Haar, das auf ihre Schultern fällt. Sie trägt eine runde Brille mit dunklen Rändern und schaut ernst frontal in die Kamera.

Luise Rieke