zu den Biografien

Anna Rathmann

geb. Rosenmeyer

15. März 1902, Berlin – 8. Oktober 1992, Berlin

Anna Rosen­meyer wird in Berlin-Rixdorf als älteste von drei Schwes­tern ge­bo­ren. Der Vater stirbt be­reits 1909, auch die Mut­ter ver­liert sie 1919. Mit ihrer Schwes­ter Gertrud wächst sie bei der Familie Müller in Neukölln auf. Ihre jüng­ste Schwester Lieschen stirbt 1924 an Tuber­kulose.

Anna Rosen­meyer be­sucht bis zum 14. Lebens­jahr die Schu­le und ar­bei­tet anschlie­ßend in einer Fa­brik. Sie tritt 1924 in den Deut­schen Metall­arbei­ter­ver­band (DMV) und die KPD ein und wird 1926 zur Be­triebs­rä­tin im Kabel­werk Ober­spree, ihrer Arbeits­stätte, ge­wählt. Darüber hi­naus ist sie Frauen­leiterin im Unter­bezirk Süd der KPD, ge­wählte Ab­geord­nete im Bezirk Neukölln und en­ga­giert sich in der Ro­ten Hilfe. 1930 hei­ra­tet sie den Schrift­setzer Emil Rathmann. 

Als Geg­nerin des NS-Regimes ist sie in ver­schie­de­nen Neuköllner Wi­der­stands­grup­pen aktiv. 1935 wird Anna Rathmann erst­mals fest­ge­nom­men und ge­mein­sam mit an­de­ren Kommunis­tin­nen und Kom­munis­ten im Richard­straßen-Prozess an­ge­klagt. Da­bei wird den An­ge­klag­ten vor­ge­wor­fen, am 15. Ok­to­ber 1931 an der Er­mor­dung des Neuköllner Wirts Heinrich Böwe – der ein SA-Lokal be­trieb – be­tei­ligt ge­we­sen zu sein. Auf­grund mangeln­der Be­weise wird sie frei­ge­sproch­en. 

Nach der Ge­burt ihrer Toch­ter Erika am 18. Au­gust 1936 ist sie weiter­hin mit an­de­ren Wi­der­stands­kämpferin­nen und Wi­der­stands­kämpfern ver­netzt. Bei einer Ver­haf­tungs­welle der Gruppe Uhrig im Fe­bru­ar 1942 wird Anna Rathmann – vor den Au­gen ihrer Tochter – von der Gestapo fest­ge­nom­men. Nach mehrer­en Wo­chen Haft wird sie er­neut aus Man­gel an Be­wei­sen frei­ge­lassen. 1944 zieht sie mit ih­rem Kind in das bran­den­bur­gi­sche Wendisch-­Rietz, um einer wei­te­ren Fest­nah­me zu ent­ge­hen. 

Nach Kriegs­ende zu­nächst wie­der in Neukölln wohn­haft, lebt die Familie ab 1949 in Berlin-­Lichtenberg. Hier en­ga­giert sich Anna Rath­mann unter an­de­rem in der Kreis­lei­tung der SED. 

Sie stirbt am 8. Ok­to­ber 1992 in Berlin.

Anna Rathmann