zu den Biografien

Dagmar Petersen

10. September 1920, Berlin – 22. Juli 2010, München

Dagmar Pe­ter­sen wächst in Berlin-Neu­kölln auf, ihre Mutter ist Jüdin. Sie be­sucht die Rütli-Schu­le und macht 1936 auf der wei­ter­füh­ren­den Elbe­schule ihren Real­schul­ab­schluss. Nach dem Ende ihrer Schul­zeit muss sie ein Pflicht­jahr ab­sol­vie­ren und arbei­tet dann als Steno­typistin.

Bei einem Klas­sen­tref­fen der Rütli-Schule im Januar 1940 trifft sie Hans „Hanno” Günther wieder, der sie einlädt, in einer von ihm ge­lei­te­ten Wider­stands­grup­pe mit­zu­ar­bei­ten. Dagmar Pe­ter­sen, die als 11-Jährige kurze Zeit den kom­mu­nis­ti­schen Roten Jung­pionieren an­gehört hat, ist dazu bereit. 

Sie nimmt an Treffen der Gruppe teil und beteiligt sich an kri­ti­schen De­batten und Ge­sprä­chen über den Na­tio­nal­so­zia­lis­mus und den Zweiten Welt­krieg. Ge­mein­sam mit den anderen hört sie Nach­rich­ten­sen­dun­gen des deutsch­spra­chi­gen Londoner Rund­funks an, obwohl dies ver­bo­ten ist. Auch liest und ver­teilt sie Flug­blät­ter gegen die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten in Berlin, um andere wach­zu­rütteln.

Hanno hat uns zu sich ein­ge­laden ... und da hat er mit uns über das ge­spro­chen, was ihn beweg­te, und vor allem, dass wir Stel­lung bezie­hen sollten gegen die Regie­rung.

Dagmar Petersen im Mai 1984

Nach­dem ein Mit­glied von der Ge­sta­po fest­ge­nom­men und durch Miss­hand­lungen zu Aus­sagen ge­zwun­gen wird, wird die Gruppe enttarnt. Am 7. August 1941 wird auch Dagmar Petersen fest­ge­nom­men. Sie sitzt für 14 Mona­te im Frauen­ge­fäng­nis in der Ber­li­ner Kant­straße in Unter­such­ungs­haft und wird am 9. Okto­ber 1942 vom „Volks­gerichts­hof” wegen „Beihilfe zur Vor­be­rei­tung zum Hoch­verrat” zu sieben Jahren Zucht­haus ver­urteilt. 

Die anderen mit­an­ge­klag­ten Mit­glieder der Wider­stands­grup­pe, darunter Hanno Günther, werden zum Tode ver­urteilt und er­mor­det.

Dagmar Peter­sen über­lebt den Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, sie stirbt 2010 in München.

Dagmar Petersen