zu den Biografien

Eugenie Nobel

geb. Schmerling

13. Dezember 1912, Moskau – 7. August 1999, Berlin

Eugenie Schmerling stammt aus einer russisch-jüdischen Unter­nehmer­familie, die nach der Ok­tober­revo­lution 1917 Moskau ver­lassen muss. Die Familie lebt zu­nächst in Paris, ab 1923 in Berlin. Eugenie Schmerling beginnt 1931 ein Stu­dium der Rechts­wissen­schaft an der Berliner Univer­sität, wo sie ihren späteren Ehe­mann Günter Nobel kennen­lernt, der eben­falls jü­di­scher Herkunft ist. Das Paar schließt sich zu­nächst der Sozia­lis­ti­schen Ar­beiter­partei (SAP), später der KPD an.

Nach der national­sozialis­ti­schen Macht­übernahme sind sie im Wider­stand aktiv und drucken und ver­breiten die ver­botene KPD-Zeitung „Rote Fahne”. Im April 1934 hei­ra­tet Eugenia Schmerling Günter Nobel. Im Juli 1936 wer­den beide fest­ge­nom­men und am 1. De­zem­ber 1937 vom Berliner Kammer­gericht we­gen „Vor­be­reitung zum Hoch­verrat” zu ei­ner drei­jährigen Zucht­hausstrafe verurteilt. 

Nach der Haft­ent­las­sung am 1. Au­gust 1939 müssen Eugenie und Günter Nobel Deut­sch­land ver­lassen, da ihnen an­sons­ten die Ver­schlep­pung in ein Konzen­tratios­lager droht. Sie können über Genua nach Shang­hai ent­kom­men. Ab 1941 ar­bei­tet Eugenie Nobel als Über­setzerin und Re­dak­teu­rin beim Radio­sender des sowjetischen Nach­richten­dienstes TASS. Ge­mein­sam mit ihrem Mann schließt sie sich den deutschen Kom­munisten in Shang­hai an und be­reitet sich auf eine künftige „Parteiarbeit” in Deutsch­land vor. 

Eugenie und Günter Nobel können die ja­pa­nische Be­setzung Shang­hais im Ghetto über­leben. Sie keh­ren im August 1947 nach Deutsch­land zurück und las­sen sich im so­wje­tischen Sektor Berlins nieder. Eugenie Nobel findet eine An­stellung in der Presse­ab­tei­lung des Zentral­komitees der SED, später ar­bei­tet sie für die Tages­zeitung „Neues Deutsch­land” sowie in der Re­dak­tion des Partei­organs  „Einheit”. 

Eugenie Nobel