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Biografie

Lilli Michalski

geb. Brann

21. August 1910, Breslau (Wrocław) – 1. Juli 1966, Düsseldorf

Porträt der 33-jährigen Lilli Michalski. Sie hat braunes Haar, das ihr über die Ohren reicht. Sie hat dünne, fast aufgemalte Augenbrauen und stark geschminkte Lippen.

Lilli Michalski lebt mit ihrem Mann, dem Handels­vertreter Herbert Michalski in Görlitz. Sie lässt sich 1933 taufen, dennoch gilt sie nach den Nürnberger „Rassen­gesetzen“ als Jüdin. Als Herbert Michalski sich weigert, sich von seiner Frau scheiden zu lassen, verliert er sein Unter­nehmen. Um die Familie ernähren zu können, zieht er nach Berlin. Lilli Michalski geht mit ihrem Sohn Franz in ihre Heimat­stadt Breslau (Wrocław), wo 1940 der zweite Sohn Peter geboren wird. 

Im Oktober 1944 sollen Lilli und Herbert Michalski sich zur Zwangs­ar­beit melden. Die Familie taucht unter und flieht in die Steiermark (Österreich). Schließlich bringen Michalskis die Kin­der zu ihrem ehe­maligen Kinder­mäd­chen Erna Raack bei Görlitz und suchen im jugo­slawi­schen Partisanen­gebiet vergeblich nach ei­nem sicheren Ver­steck für die Familie.

Gerda Mez, eine Kollegin von Herbert Michalski, ver­steckt die gan­ze Familie ab Februar 1945 in ihrem Hotel­zimmer in Tetschen-Bodenbach (Děčín). Ende März kann Franz seine ver­zweifelte Mut­ter nur mit Mühe davon ab­halten, sich und den vier­jährigen Peter in der Elbe zu ertränken. 

Sie über­leben und kehren im Sommer 1945 zu Fuß nach Berlin zu­rück.

Porträt der 33-jährigen Lilli Michalski. Sie hat braunes Haar, das ihr über die Ohren reicht. Sie hat dünne, fast aufgemalte Augenbrauen und stark geschminkte Lippen.

Lilli Michalski 

Personen

Weiterführendes

Franz Michalski: Als die Gestapo an der Haustür klingelte, in: Barbara Schieb (Hg.): Publikationen der Gedenkstätte Stille Helden (Band 3), Berlin 2013