zu den Biografien

Sofie Mende

geb. Schlicht

27. April 1886, Algringen (Algrange) – 28. Juli 1971

Sofie Schlicht wird in Algringen (Lothringen) ge­boren, wo sie mit neun Ge­schwis­tern auf­wächst. Die Familie zieht 1896 nach Herne. 1905 hei­ra­tet sie den Berg­mann Karl Mende. Sie ar­bei­tet zu­nächst als Schneiderin und be­kommt fünf Kinder, von denen jedoch nur die 1907 ge­bo­re­ne Tochter Sophie überlebt. Ihr Ehemann stirbt krank­heits­bedingt im Februar 1933. 

Sofie Mende tritt 1910 der KPD bei. Ge­mein­sam mit ihrer Tochter arbeitet sie nach der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Macht­über­nahme als Kassiererin für die nun ver­bo­te­ne KPD in Baukau.

Wegen ihrer Wider­stands­hand­lun­gen wird Sofie Mende 1934 fest­ge­nom­men und am 11. Mai 1935 vom Ober­landes­gericht Hamm zu vier Jahren Zucht­haus ver­ur­teilt. Sie ist in den fol­gen­den Jahren in den Straf­an­stal­ten Ziegen­hain und Hamm sowie im Zucht­haus Aichach in­haf­tiert. 

Wäh­rend der Haft­zeit leidet sie durch­ge­hend an physischen und see­lischen Schmerzen. Einen An­trag auf früh­zei­ti­gen Straf­er­lass lehnt der Vor­stand des Zucht­hauses Aichach ab. Nach­dem sie die Haft­strafe be­en­det hat, wird Sofie Mende im No­vem­ber 1938 in „Schutz­haft“ ge­nom­men und in das KZ Ravens­brück ver­schleppt. Im Mai 1940 frei­gelassen, bleibt sie zu­nächst in Nordrhein-Westfalen, wo sie das Kriegs­ende er­lebt.

1953 zieht sie mit ihrer Tochter Sophie Kaiser, die im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus wegen ihrer Wider­stands­tätig­keit eben­falls ver­folgt und ver­ur­teilt worden war, und ihrem Schwieger­sohn Ewald Kaiser nach Leipzig.

Sofie Mende stirbt Ende Juli 1971.

Sofie Mende