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Biografie

Maria Gräfin von Maltzan

25. März 1909, Militsch (Milicz) – 12. November 1997, Berlin

Porträt der 30-jährigen Maria Gräfin von Maltzan. Sie hat dunkelblondes Haar, das sie im Nacken zu einem Knoten gebunden hat. Sie schaut frontal in die Kamera und lächelt leicht

Maria Gräfin von Maltzan wird 1909 in der Nähe von Breslau (Wrocław) geboren. Sie studiert Natur­wissen­schaften und promoviert 1933. Im selben Jahr schließt sie sich einem Widerstands­kreis um den Münchner Jesuiten­pater Friedrich Muckermann an. 

1935 lässt sie sich in Berlin nieder. Dort lernt sie 1939 den jüdischen Schrift­steller Hans Hirschel kennen. Die beiden werden ein Paar. Ab 1942 lebt Hirschel versteckt bei seiner Freundin. 1943 wird Maltzan de­nunziert. Die Gestapo durchsucht daraufhin stunden­lang ihre Wohnung. Hirschel ver­steckt sich in letzter Minute in einer dafür vor­bereiteten Klapp­couch und bleibt so un­entdeckt.

Später nimmt Maltzan weitere Verfolgte auf. Sie leitet ein Tier­heim und arbeitet in Schlacht­höfen. Dadurch kann sie Lebens­mittel und Medizin für Unterge­tauchte organisieren. Zusammen mit dem Helfer­kreis der schwedischen Victoria-Gemeinde in Berlin-Wilmersdorf verhilft Maltzan Jüdinnen und Juden zur Flucht nach Schweden. 

Mit Hans Hirschel erlebt Maria von Maltzan das Kriegs­ende in Berlin. Für ihr mutiges Handeln erhält sie mehrere Aus­zeich­nungen. 1987 wird sie als „Gerechte unter den Völkern“ von der israelischen Gedenk­stätte Yad Vashem geehrt. 1999 wird vor ihrem ehemaligen Wohn­haus in Berlin-Wilmersdorf eine Gedenk­tafel enthüllt.

Porträt der 30-jährigen Maria Gräfin von Maltzan. Sie hat dunkelblondes Haar, das sie im Nacken zu einem Knoten gebunden hat. Sie schaut frontal in die Kamera und lächelt leicht

Maria Gräfin von Maltzan 

Weiterführendes

Maria Gräfin von Maltzan: „Schlage die Trommel und fürchte dich nicht“. Erinnerungen, Frankfurt am Main 1988 

Sven Ekdahl: Helfer in der Not. Der humanitäre Einsatz der Schwedischen Victoriagemeinde in Berlin während der Nazidiktatur, in: Werner Breuning/Uwe Schaper (Hg.): Berlin in Geschichte und Gegenwart, Jahrbuch des Landesarchivs Berlin, Berlin 2022, S. 125-146